Nach einer unruhigen Nacht über Frankreich hat das Sturmtief "Joachim" Deutschland erreicht.

Berlin/Offenbach (dpa) l Orkantief "Joachim" hat gestern in weiten Teilen Süd- und Mitteldeutschlands Schäden angerichtet und zu Verkehrsbehinderungen geführt. Weihnachtsmärkte öffneten nicht, mancherorts fiel die Schule aus. Bei Neuschnee und glatten Straßen waren die Staus im Sauer- und Siegerland bis zu 20 Kilometer lang, in Thüringen häuften sich nach Schneefällen Verkehrsprobleme. Im Hunsrück standen zahlreiche Straßen unter Wasser und in der Südwestpfalz musste der Regionalverkehr der Bahn wegen umgestürzter Bäume gestoppt werden.

Der Deutsche Wetterdienst gab Unwetterwarnungen vor heftigen Schneefällen, Dauerregen und schwerem Sturm heraus. Der Kern des Tiefs, in dem Böen der Stärke 7 wehten, zog vom Rheinland über das südliche Niedersachsen weiter zum Oderbruch.

Auf dem Feldberg im Schwarzwald erreichten die Orkanböen eine Geschwindigkeit von mehr als 150 Kilometern pro Stunde. In Baden-Württemberg wurden Bäume entwurzelt und blockierten Bahnstrecken und Straßen, im Südwesten des Schwarzwaldes wurden Regenfälle von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter erwartet. Bei Dauchingen entgleiste ein Nahverkehrszug, weil er auf einen umgestürzten Baum fuhr.

In Südthüringen ereigneten sich auf den winterlich weißen Straßen zahlreiche Unfälle. In Mönchsberg rutschte ein besetzter Schulbus auf dem Weg zur Schule gegen eine Mauer.

In Frankreich tobte sich "Joachim" bereits in der Nacht aus. In dem Sturm strandete vor der Südküste der französischen Bretagne der unter Malta-Flagge fahrende Frachter "TK Bremen". Die Behörden lösten Umweltalarm aus, da Öl ausläuft. Im Südosten Spaniens ist ein Rentner bei einem Ausläufer des Sturmtiefs getötet worden. Der 70-Jährige wurde nach Angaben der Behörden beim Einsturz des Dachs seines Wohnhauses von Trümmern erschlagen.

Wenn "Joachim" durchgezogen ist, soll es stürmisch bleiben und gleichzeitig deutlich kälter werden. Am Wochenende sinkt die Schneefallgrenze vor allem im Süden und Südosten bis ins Flachland.

 

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