Cottbus/Neuhausen (dpa) l Abgesperrte Zufahrten, ein großer Krater und verängstigte Menschen: Nach zwei Explosionen von alter Weltkriegsmunition in Neuhausen bei Cottbus rückt heute ein gepanzerter Bagger an. Das mit einer Videokamera ausgerüstete Fahrzeug soll das Erdreich in dem etwa 20 Meter großen Krater ausräumen, wie Bürgermeister Dieter Perko (CDU) gestern ankündigte. Schicht für Schicht werde nach Sprengkörpern gesucht, sagte der Technische Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, Horst Reinhardt.

Der 400-Einwohner-Ort ist mittlerweile Sperrgebiet: Ortsfremde mit Autos dürfen nicht hineinfahren, es gebe eine Passkontrolle, wie ein Sprecher der Polizei Spree-Neiße sagte. "Die Leute sollen sich fernhalten", betonte Perko mit Blick auf "Katastrophentouristen". Erschütterungen müssten weitgehend vermieden werden. "Es besteht definitiv Lebensgefahr." Einwohner seien verängstigt, aber nicht in Panik. Verletzt worden war bei den Explosionen niemand.

Am vergangenen Freitag waren an einer Brückenböschung zwei sogenannte Riegelminen in einer Kiste per Metallsonde entdeckt und kontrolliert gesprengt worden. Am Mittwoch und Sonnabend hatte es dort spontane Explosionen gegeben, vermutlich ebenfalls durch Kriegsmunition.

Wegen der Aktion mit dem Bagger müssen nach Angaben von Perko zwölf Menschen ihre Wohnungen verlassen. Es gebe ein Haus, das nur etwa 50 Meter von dem Krater entfernt sei. Der Krater entstand bei den Explosionen in der vergangenen Woche - weil die alte Munition wohl durch Korrosion und Erschütterungen spontan detoniert sei, sagte Reinhardt. Er geht davon aus, dass in vier Metern Tiefe weitere Sprengkörper liegen.

Bis zum Ende der Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.