Insgesamt war das Jahr 2011 wieder einmal zu warm - heißt es beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Auf der Liste der sonnigsten Jahre könnte 2011 sogar auf Platz drei kommen.

Offenbach (dapd) l Nach dem kühlen "Ausreißer" 2010 setzt 2011 den Trend zu warmer Jahre wieder fort. "Es liegt in jedem Fall unter den Top Ten seit dem Aufzeichnungsbeginn 1881 für die Temperatur", sagte Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gestern. Mit momentan durchschnittlich 9,5 Grad liege 2011 knapp anderthalb Grad über dem langjährigen Mittel und stehe derzeit auf Platz sieben der wärmsten Jahre. Alle Monate mit Ausnahme des Julis waren den Angaben zufolge zu warm ausgefallen. Am heißesten war es am 22. August in Rheinfelden: Dort wurden 36,7 Grad gemessen.

Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

"Damit reiht sich das Jahr wieder in das ein, was man gemeinhin unter Klimawandel versteht", sagte der Meteorologe im hessischen Offenbach. Von 1997 bis 2009 hatten alle Jahre deutlich über dem 30-jährigen Mittelwert von 8,2 Grad Celsius gelegen. Erst 2010 war es mit 7,8 Grad etwas zu kühl gewesen.

"Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen", bilanzierte Lux. Auf den sonnenscheinreichsten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen vor 60 Jahren und einem extrem warmen April sei ein oft enttäuschender Sommer gefolgt. Dafür habe der Herbst mit anhaltenden Hochdrucklagen verwöhnt: Es war der zweitsonnigste Herbst nach 1959.

Die Sonne meinte es 2011 besonders gut mit den Deutschen. Auf der Liste der sonnigsten Jahre könnte es auf Platz drei kommen, wie Lux sagte. "Wir rechnen mit durchschnittlich 1850 Stunden. Das wären 20 Prozent mehr als im Mittel." Mehr Sonnenschein gab es nur 2003 und 1989. Die Kehrseite des Sonnenscheins bekamen vor allem die Landwirte zu spüren. Extrem trocken war es laut Lux im März, April und November: "In einigen Gebieten ist gar kein Regen gefallen."

November trockenster Monat

Der November war, wie bereits vor einigen Wochen mitgeteilt wurde, mit rund drei Litern Niederschlag pro Quadratmeter gar der trockenste Monat überhaupt seit 1881. Dafür kehrte pünktlich in der ersten Dezemberwoche der Regen zurück. "Der Übergang war schlagartig", sagte Lux.

Insgesamt geizte dieses Jahr mit Niederschlag, einen Platz unter den zehn trockensten Jahren wird dem Experten des Deutschen Wetterdienstes zufolge aber nicht erreicht werden. "Am Ende wird es schätzungsweise ungefähr zehn Prozent unter dem Jahressoll von etwa 800 Litern pro Quadratmeter liegen."

Beachtlich war hingegen die Menge von ungefähr 30000 Wetter- und Unwetterwarnungen, die der DWD 2011 herausgab. Die Zahl liege etwa 10 bis 15 Prozent über der des Vorjahres, sagte der Wetterexperte.

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