Shoppen bis zum Ladenschluss: Auch dieses Jahr werden viele ihre letzten Weihnachtsgeschenke noch am 24. Dezember kaufen. Begehrt sind Bücher und Kleidung.

Berlin (dapd) l Besonders Nervenstarke werden den kommenden Sonnabend noch für die letzten Weihnachtseinkäufe nutzen: Bis 14 Uhr haben die Geschäfte an Heiligabend geöffnet. Und auch, wenn Experten jedes Jahr aufs Neue von solchem Aktionismus abgeraten, werden auch diesmal zahlreiche Deutsche diesen Rat nicht beherzigen.

Durchschnittlich 241 Euro

"Es gibt eine feste Stammkundschaft, die grundsätzlich auf den letzten Drücker einkauft", sagt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, Kai Falk. Zumal den Kurzentschlossenen in diesem Jahr der Kalender in die Hände spiele. Denn nach dem vierten Advent bleibt bis Heiligabend noch eine komplette Woche Zeit. "Das nutzen viele, um noch Geschenke zu kaufen", sagt Falk.

Laut einer Studie der Marktforschungsgesellschaft GfK wollen die Deutschen in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke durchschnittlich 241 Euro ausgeben, vier Euro weniger als im vorigen Jahr. Die beliebtesten Geschenke sind demnach Bücher (37 Prozent) vor Bekleidung und Accessoires (35 Prozent) sowie Spielwaren (34 Prozent).

Dabei wird auch zunehmend das Internet genutzt. Jeweils fast die Hälfte der Verbraucher wollen laut GfK Abonnements oder Eintrittskarten, CDs und DVDs sowie Computerspiele auch online einkaufen. Über alle Warengruppen legte der Onlinehandel den Angaben zufolge um sechs Prozent zu.

Auch der Internet-Versandhändler Amazon rechnet mit vielen Bestellungen "in letzter Minute". Neben den Klassikern Uhren, Schmuck und Parfüm stehen beim Online-Händler in diesem Jahr Tablet-Computer, Smartphones und MP3-Player hoch im Kurs. Beim Online-Auktionshaus Ebay stehen laut Sprecherin Daphne Rauch Kleidung, Unterhaltungselektronik und Bücher ganz oben auf der Einkaufsliste. Einige dieser Geschenke würden aber auch gleich wieder weiterverkauft.

Post: Doppelt so viele Pakete

Das Bundesamt für Naturschutz warnt vor besonders ausgefallenen Präsenten. Exotische Tiere oder Taschen aus Schlangenleder taugten nicht als Geschenke, sagt Präsidentin Beate Jessel.

Die Mitarbeiter der Deutschen Post DHL haben in den Tagen vor Weihnachten besonders viel zu tun. "Die Anzahl der Paketsendungen verdoppeln sich in den Tagen vor dem Fest von durchschnittlich drei Millionen pro Werktag auf sechs Millionen Sendungen", sagt DHL-Sprecherin Dunja Kuhlmann. Auch die Briefsendungen verdoppeln sich. Werden während des Jahres etwa 33 Millionen Briefe pro Werktag verschickt, sollen es kurz vor Weihnachten etwa 66 Millionen sein.