Amsterdam (dpa) l Zwei Moderatoren haben in den Niederlanden für Aufregung gesorgt, indem sie bei einer TV-Show Fleisch-Häppchen aus dem Körper des jeweils anderen verspeisten. Ein Schönheitschirurg hatte den beiden vorher bei örtlicher Betäubung eine Fingerhut-kleine Fleischportion entnommen.

Während der tiefere Sinn der Aktion im öffentlich-rechtlichen Sender BNN am Mittwochabend weitgehend unklar blieb, könnten dem Sender nun juristische Konsequenzen drohen: Denn die Entnahme von gesunden Körperteilen ohne eine hinreichende medizinische Begründung ist auch in Holland verboten.

Dem Arzt - seine Identität hält BNN geheim - könnte eine Strafe von bis zu vier Jahren Gefängnis drohen, die beiden Moderatoren könnten theoretisch als "Hehler des eigenen Fleisches" belangt werden.

In den Niederlanden, wo man Ästhetik-Tiefschläge im TV seit Jahren gewohnt ist, hielt sich die Aufregung in Grenzen. In internationalen Medien war die Empörung hingegen durchaus spürbar. Beispielsweise sprach der US-Sender ABC von "publicity-geilen TV-Show-Gastgebern". BNN-Sprecher Thijs Verheij fand die Aufregung um die populärwissenschaftlich angehauchte Show "Proefkonijnen" (Versuchskaninchen) unverständlich. "Die Sendung versucht halt, verrückte Fragen zu beantworten, diesmal wie Menschenfleisch schmeckt."

Vor fünf Jahren hatte der vor allem an einem jungen Publikum interessierte Sender schon einmal weltweit für Aufsehen gesorgt. Damals inszenierte BNN eine "Organspende-Show". Fünf Kandidaten, die eine neue Niere brauchten, sollten um das Spenderorgan einer jungen unheilbar kranken Frau kämpfen. Das wurde am Ende als Bluff entlarvt. Man habe nur auf den Mangel an Spenderorganen aufmerksam machen wollen. Immerhin ließen sich viele Holländer als Organspender registrieren.