Koblenz (dapd) l Die Entschärfung einer 1,8-Tonnen-Luftmine in Koblenz am 4. Dezember hat Millionen gekostet. Allein der Schaden, der dem Stiftungsklinikum Mittelrhein durch die Evakuierung entstanden ist, liegt bei einer Million Euro, wie eine Sprecherin bestätigte. 800000 Euro seien durch Umsatzeinbußen wegen verschobener Operationen und Behandlungen entstanden, 200000 Euro habe alleine die Räumung gekostet.

Den Angaben der Rettungsdienste zufolge waren 350 Fahrzeuge aus ganz Rheinland-Pfalz an der Evakuierung der sieben Altenheime und zwei Krankenhäuser beteiligt. Es habe mehr als 1200 Transporte von Kranken- und Rettungswagen gegeben. Laut Einsatzleitung waren mit allen Behörden und Organisationen an der Evakuierung 2500 Personen beteiligt. Die Hilfsorganisationen beziffern die Kosten auf knapp eine halbe Million Euro.

Mit der Bombenentschärfung ging eine der größten Evakuierungaktionen in der deutschen Nachkriegsgeschichte einher: 45000 der 106000 Koblenzer musste ihre Wohnungen verlassen, auch ein Gefängnis wurde geräumt. Der Fluss musste teilweise trockengelegt werden. Wer letztlich die durch die Evakuierung entstandenen Kosten trägt, ist derzeit noch unklar, da noch nicht alle Posten detailliert aufgeschlüsselt sind.

Da der Rhein eine Bundeswasserstraße ist, trage die Kosten auch der Bund, sagte ein Behördensprecher.