Berlin (dpa). Jörg Kachelmann (52) sieht sich gezwungen, seine Karriere als Wetter-Moderator zu beenden. Staatsanwaltschaft und Medien hätten sein "angebliches Privatleben" in die Öffentlichkeit gezerrt und ihm eine weitere TV-Fernsehlaufbahn damit kaputt gemacht, wie er der "Bild"-Zeitung sagte. Kachelmann: "Das Kapitel Fernsehen ist dadurch für mich beendet worden."

Die ARD traf diese Aussage überraschend. "Jörg Kachelmann hat uns im Vorfeld nicht informiert", sagte eine Sprecherin gestern. "Es ist sein gutes Recht, als Privatmann über seine Zukunftspläne zu sprechen. Wir werden uns zum Fall aber erst nach Prozessende äußern."

Kachelmann hatte im Wechsel mit anderen Moderatoren bis zu seiner Inhaftierung vorwiegend die Wetter-Prognose vor der "Tagesschau" um 20 Uhr und nach den "Tagesthemen" spätabends präsentiert. Der Wetter-Experte war im März unter dem Verdacht festgenommen worden, seine Ex-Geliebte vergewaltigt zu haben. Dies bestreitet er vor Gericht.

In Zukunft wolle er hinter die Kamera wechseln und nur noch als Redakteur bei seiner Firma Meteomedia AG arbeiten, sagte er weiter. Das Unternehmen macht unter anderem für TV-Sender Vorhersagen.

Auch für sein künftiges Privatleben hat sich Kachelmann einiges vorgenommen: "Ich war nicht immer treu, offen und ehrlich mit meinen Partnerinnen... Wenn ich in Zukunft eine Beziehung führe, werde ich monogam leben." Wo er später wohnen werde, wisse er noch nicht. "Vielleicht werde ich erst mal mit meiner Mutter zusammenwohnen", sagte er der Zeitung. Am 21. Dezember soll im Kachelmann-Prozess das Urteil gesprochen werden.