Pyeongchang (dpa) - Die deutsche Bobpilotin Mariama Jamanka und ihre Anschieberin Lisa-Marie Buckwitz hat sich bei Olympia selbst überrascht und liegt vor dem Finale am Mittwoch auf Gold-Kurs.

"Ich fand die beiden Läufe nicht überragend. Daher haben wir nicht gedacht, dass es für die Führung reicht. Vielleicht habe ich unten ja eine Abkürzung gefunden", sagte die ehemalige Hammerwerferin Jamanka. Das Oberhofer Duo führt vor den letzten beiden Läufen mit einem Vorsprung von 0,07 Sekunden vor Weltmeisterin Elana Meyers Taylor. Die Amerikanerin glänzte zusammen mit Lauren Gibbs in Durchgang eins und stellte einen Start- und Bahnrekord für Pyeongchang auf.

Auf Rang drei verbesserte sich im Olympic Sliding Centre Stephanie Schneider aus Oberbärenburg, die wie ihre Top-Anschieberin Annika Drazek angeschlagen ins Rennen ging und somit nicht auf die gewohnt starken Startzeiten kam. Das sonst so sprintstarke Duo hat aber nur zwei Hundertstelsekunden Vorsprung vor der US-Pilotin Jamie Greubel Poser. "Wir haben noch viel Luft nach oben. Wir haben beide die Woche ein bisschen laboriert mit unseren Körpern. Wir kriegen es hoffentlich noch besser in den Griff", sagte Europameisterin Schneider.

Drazek, die als weltbeste Anschieberin gilt und systematisch für Olympia aufgebaut wurde, wollte ihre Verletzung herunterspielen. "Wir tigern uns ran, Francesco Friedrich hat am ersten Tag auch nicht geführt", sagte Drazek. "Die Vorbereitung lief nicht ganz optimal, bei Stephanie auch nicht. Ich habe keine Schmerzen, ich weiß nicht woran es liegt."

Cheftrainer René Spies klärte auf: "Vor sechs Tagen ist Annika beim Hürdensprung umgeknickt, wir haben schon Angst gehabt, dass sie gar nicht an den Start gehen kann", sagte er. "Wir wollten es nicht an die große Glocke hängen. Wir wussten daher, dass es nicht optimal am Start wird." Er nahm seine Mädels anhand der "extremen Situation" in Schutz, machte aber vor dem zweiten Lauf eine klare Ansage: "Wir haben Annika im zweiten Lauf gezwungen, Vollgas zu geben. Wir haben auch damit gedroht, sie auszutauschen, aber das mussten wir machen, damit sie frei vom Kopf wird und über die Schmerzen rübergeht. Sie wird wieder an den Start gehen."

Die zweimalige Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada, die ihren olympischen Hattrick anpeilen wollte, liegt nur auf Rang fünf. Anna Köhler aus Winterberg landete mit Erline Nolte auf Platz zwölf. Jamaikas Bobteam mit der ehemaligen US-Pilotin Jazmine Fenlator-Victorian, die nach turbulenten Tagen beim Start in Lauf eins am Anschubbügel vorbei griff, landete nur auf Rang 18.

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