Pyeongchang (dpa) - Als der dreijährige Malachi nach dem erneuten Halfpipe-Triumph von Papa David Wise schon aufs Podium geklettert war, sprang Töchterchen Nayeli hinterher.

Mit seinen beiden Kindern auf dem Arm und der Unterstützung seiner ganzen Familie feierte Ski-Freestyler Wise wie in Sotschi auch in Pyeongchang Gold. Nach zwei verpatzten Läufen bot der 27-Jährige die beste Show. Erst wechselte er zum dritten Mal seine Skier, dann verdrängte er mit einer fast perfekten Vorstellung und 97,2 von 100 möglichen Punkten in seinem letzten Versuch noch seinen Teamkollegen Alex Ferreira.

"Ich habe mir gesagt: "Wenn Gott will, dass ich hier gut abschneide, dann werde ich diesen Lauf stehen. Wenn er es nicht will, ist auch alles gut", sagte der gläubige Wise. Der US-Amerikaner mit den langen blonden Haaren, bisher einziger Olympiasieger der Disziplin, ist die Antithese des vermeintlichen Bilds eines hippen Freestylers. Wises Twittername beginnt mit "Mr", er hat ein Kinderbuch geschrieben.

Vor Olympia musste er eine Reihe von Schicksalsschlägen verdauen, wie er erklärte. Er erlitt drei Gehirnerschütterungen. Seine Schwester verlor nach einem Bootsunfall ein Bein, seine Frau verlor ihren Vater. All diese Probleme haben ihm die Kraft für seinen letzten Auftritt am Donnerstag in Pyeongchang verliehen, sagte White. "Wir sind Kämpfer."