Pyeongchang (dpa) - Das deutsche Alpin-Team hat seinen schwierigen Südkorea-Trip ohne Happy End abgeschlossen und eine Bilanz ohne Medaille im finalen Team-Event nicht mehr verhindern können.

Bei der olympischen Premiere dieses Mannschaftsrennens scheiterte das Ski-Quartett um Linus Straßer, Alexander Schmid, Lena Dürr und Marina Wallner am Samstag im Viertelfinale gegen das spätere Gold-Quartett aus der Schweiz. "Unser Team hat sich ordentlich präsentiert, man kann gegen die Schweiz im Zeitvergleich ausscheiden", sagte Alpin-Chef Wolfgang Maier. Die wegen Verletzungen dezimierte deutsche Auswahl reist erstmals seit 2006 ohne Olympia-Edelmetall nach Hause.

Die Bilanz werde dem Team aber nicht gerecht, findet Maier. "Wir sind keine Null-Medaillen-Nation", sagte der Sportdirektor. "Wir wurden ein bisschen unter Wert geschlagen. Wir haben es nicht erreicht, dazu stehen wir, aber deswegen muss man nicht die alpine Fraktion zerlegen." Viktoria Rebensburg als Vierte in ihrer Spezialdisziplin Riesenslalom und Thomas Dreßen als Fünfter in der Abfahrt waren in Pyeongchang noch am nächsten an den Podien dran.

Aber die Ausfälle der Medaillen-Mitfavoriten Felix Neureuther und Stefan Luitz, die beide wegen Kreuzbandrissen fehlten, konnten nicht kompensiert werden. "Wir standen auf keiner Medaillenliste", sagte Straßer und erinnerte an die Verletzungsfolgen bei Fritz Dopfer und das Olympia-Debüt des noch sehr unerfahrenen Schmid. "Von daher muss man sehen: Wo waren die Erwartungen und was ist rausgekommen."

Im Team-Event wäre ein Coup möglich gewesen, bei dem Wettkampf in Form eines Parallel-Slaloms mit je zwei Männern und Frauen konnten die Deutschen schon öfters überzeugen. Nach dem Erfolg in der ersten Runde über die Slowakei reichte es gegen die Eidgenossen um die Slalom-Silbermedaillengewinner Ramon Zenhäusern und Wendy Holdener dann aber nicht. Ein kleiner Trost war, dass die Deutschen den Schweizern als einziger Gegner des Tages ein 2:2 abrangen und das Weiterkommen erst durch die addierten Fahrzeiten entschieden wurde.

"Ich finde trotzdem, dass sich jeder von uns gut verkauft hat und man auf so eine Art und Weise auch ausscheiden kann", sagte Straßer. "Ich habe schon gehofft, dass mehr möglich ist, weil das ein Wettbewerb ist, bei dem man nie weiß, was passiert, es immer eng hergeht und das Glück auch auf der anderen Seite sein kann", resümierte Dürr.

Die Glücklichsten im elften und letzten Alpin-Rennen in Südkorea waren die Schweizer, die im Finale gegen Österreich gewannen. Im Halbfinale hatten Zenhäusern und Co. die Weltmeister aus Frankreich bezwungen, Österreich schaltete schon im Viertelfinale die favorisierten Schweden aus. Bronze ging an Norwegen.

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