Neuenklitsche l In Neuenklitsche sind die Planungen für die historische Feier fast abgeschlossen. Das berichtet der in dem Ort geborene Fritz Lichtenberg. In der Vorbereitungsphase laufen bei ihm die Fäden zusammen. Er lebt mit seiner Frau auf dem Hof, auf dem er geboren wurde. Bis zum 30. März war der 60-Jährige noch Ortsbürgermeister. Dieses Amt hat er aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Derzeit wird das Dorf direkt über den Jerichower Bürgermeister Harald Bothe verwaltet.

Heimatkundliche Betrachtungen

Ausgegraben hat Lichtenberg die heimatkundliche Betrachtung des Dorfes aus der Feder des verstorbenen Magdeburger Malers Werner Vogel, der ebenfalls in Neuenklitsche geboren wurde. „Wenn man sich von Genthin, dem naturgegebenen Verkehrsknotenpunkt zwischen Elbe und Havel auf der Rathenower Landstraße nach Norden wendet, so umsäumen Kiefernwälder den Weg und bald liegt Roßdorf am Arm des Plauer Kanals friedlich vor uns. Gleich hinter dem Dorfe dehnen sich die Felder, Wiesen Äcker bis hin nach Zabakuck und Kleinwusterwitz.“ Malerisch beschreibt er weiter das Kleinod in seiner Zeit, damit Fremde sich ein Bild machen können: „Die vielen Koppeln sind bevölkert mit schwarz-weiß gezeichnetem Rindvieh.

Und Pferden, Füllen springen munter auf dem grünen Plan.“ Ausdrucksstark die Sprache Vogels, die die Landschaft beschreibt, die er auch auf seinen Bildern festhält, immer mit Blick über den Horizont hinaus. „Hinter Kleinwusterwitz weitet sich die Stremmelandschaft mit verstreuten Baumgruppen, rechts von dunklen Schlagenthiner Waldungen begrenzt. Vereinzelt sind Vorwerke, Ziegeleien und Einzelsiedelungen weit in die Feldmark hinausgeschoben. Hahnehütten und Neuehäuser, desgleichen die Weinmeisterei bestehen aus derart abgesonderten Büdner- und Kolonistenhäusern.

750-Jahr-Feier

Im Hintergrund die bewaldeten Höhen der Milower, Vieritzer und Bützer Berge. Aus dem Grün der Gegend erwächst schnell die schöne Backsteinkirche von Neuenklitsche.“ So beschreibt der Maler seine Wanderung in der Gegend. Seine Einschätzung am Ende seiner historischen heimatkundlichen Betrachtung: „Dieser Wechsel zwischen reich bewässerten, sattgrünen Wiesenflächen, dunkelgrünen Kiefernforsten, blauem Wasser- und Seespiegel und hohen bewaldeten Sandbergen verleiht unserer Heimat ein äußerst bewegtes, abwechslungsreiches Bild.“

Bei der Chronik an sich ist noch einiges zu tun. „Es war im Jahr 1268, da wurde ein Ort mit dem Namen „Clitzke“ erstmals urkundlich erwähnt. Genau 750 Jahre später, im Jahre 2018, nennen wir den Ort ,Klitsche‘, der heute aus den Ortsteilen Altenklitsche, Neuenklitsche, Wilhelmsthal und Schäferei besteht. Viele Ereignisse prägten den Ort in den vergangenen 750 Jahren“, so informierte Lichtenberg die Dorfbewohner. Zur Vorbereitung des Jubiläums bittet er die Einwohner, Karten, Bilder, Zeitungsartikel, Schriftstücke oder sonstige alte Unterlagen von Klitsche, die sich in ihrem Besitz befinden, dem Vorbereitungsteam zur Verfügung zu stellen, so sein Aufruf.

Malwettbewerb gestartet

Das Festkomitee kam zum ersten Mal im Januar zusammen. Es gibt seit 2001 einen Kleintierzuchtverein, den Lichtenberg selbst gegründet hat, und seit diesem Jahr einen Feuerwehrförderverein. Das Fest finanziert sich hauptsächlich über Spenden. Im Vorfeld des Jubiläums wird zu einem Malwettbewerb zum Thema: „750 Jahre Klitsche“ aufgerufen, der sich nicht nur an die Kinder, sondern an alle Einwohner der Gemeinde richtet. Die Bilder sollen zum Jubiläum ausgestellt werden und sind bis zum 11. Juni im Jugendklub abzugeben.

„Wir wollen unter uns feiern. Aus dem Erlös wollen wir einen generationenübergreifenden Begegnungsplatz realisieren. Deshalb wollen wir die Kosten minimal halten, Werbung machen wir nur über Plakate“, so Lichtenberg.