Lockstedt l Wie aus heiterem Himmel beendete die Stadt im August den Mietvertrag mit dem Lockstedter Saaleigentümer Reiner Hevekerl zum 31. Dezember. Beim Lockstedter Sportverein herrscht nach dem unangekündigten Schreiben aus dem Klötzer Rathaus große Unsicherheit, wie es mit dem Verein weiter gehen soll. Dabei ist der Vorstand um seinen Vorsitzenden Jens Lühmann auch über die Art und Weise der Mietkündigung von Seiten der Stadt enttäuscht. „Ohne eine Vorankündigung ist das Schreiben bei mir in den Postkasten gefallen“, kritisiert Lühmann und betont im gleichen Atemzug, dass der Verein damit auf Messers Schneide steht, sogar kurz vor der Auflösung. Denn die Lockstedter haben in ihr Domizil in den zurückliegenden Jahren viel Geld, Kraft und Zeit investiert, damit die aktiven Mitglieder ideale Bedingungen zum Sporttreiben vorfinden.

Fall war bereits Thema im Stadtrat

Soll das jetzt alles umsonst gewesen sein?, fragen sich die Verantwortlichen. Erst nachdem Stadtrat Jürgen Barth, der in Lockstedt wohnt und auch Mitglied im Sportverein und in der Feuerwehr ist, das Thema im September während der Stadtratssitzung ansprach, gab es Bewegung in dem Punkt. Dabei kritisierte Barth, dass es von der Stadt keine Gespräche mit dem Saaleigentümer und dem Sportverein vor der fristgemäßen Pachtkündigung gegeben habe. „Man kann mit Menschen nicht so umgehen“, sagte er in Richtung von Hauptamtsleiter Matthias Reps, von dem er sich ein anderes Verhalten gewünscht hätte.

Vereinschef Jens Lühmann war bereits im Klötzer Rathaus und suchte das Gespräch mit Bürgermeister Uwe Bartels und Matthias Reps. Auch ein Orts-Termin in Lockstedt kam zustande. Doch ein korrektes Papier liegt den Lockstedter Sportlern noch nicht vor. Der Hauptgrund für die fristgemäße Kündigung der Stadt sind laut Jens Lühmann die zu hohen Miet- und Betriebskosten. Sie beliefen sich in den Vorjahren auf etwa 5600 Euro und sind im vergangenen Jahr um etwa 330 Euro angestiegen.

Vereinschef Lühmann und dem Vorstand sind die hohen Unterhaltungskosten bekannt. Grund sei die Heizungsanlage, die technisch nachgerüstet werden müsste. Dieses Problem wurde im Rathaus angesprochen. Es sei versichert worden, das Problem zu beheben. Doch bis zum heutigen Tag ist nichts passiert. Genausowenig wie bei der Lichtanlage im Saal. Die wollten die Sportler schon vor geraumer Zeit gegen moderne LED-Leuchten austauschen.

Sportverein soll als neuer Mieter auftreten

Klötzes Hauptamtsleiter Matthias Reps wird dem Lockstedter Vereinsvorsitzenden in den kommenden Tagen einen neuen Mietvertrag vorlegen. Daran sei neu, so berichtete er der Volksstimme, dass nicht mehr die Stadt das Saalgebäude von Reiner Hevekerl mieten solle, sondern der Sportverein. Matthias Reps begründet das damit, dass es sich nicht um eine städtische Immobilie, sondern um ein Fremdobjekt handele. Wie der Hauptamtsleiter weiter sagte, werde die Stadt den Sportverein, wenn er als Mieter auftritt, bei den Unterhaltungskosten für das traditionsreiche Haus unterstützen. „Wir wollen den Verein nicht in den Ruin treiben“, betonte Matthias Reps ausdrücklich.

Die Frage ist nur, ob die 70 Mitglieder des Sportvereins das finanziell stemmen können. Doch nicht nur der Sportverein nutzt den Saal mit seiner Tischtennis-Mannschaft. Auch die Senioren- und Tanzsportgruppe ist einmal in der Woche in der Immobilie aktiv. Zudem wird der Saal auch von der Lockstedter Feuerwehr für Veranstaltungen und in den Wintermonaten von der Jugendwehr für Übungsnachmittage genutzt. „Der Saal ist mindestens dreimal in der Woche besetzt“, betonte Vorstandsmitglied Frank Schröder. Er und die Lockstedter wollen die Situation nicht hinnehmen und während der nächsten Stadtratssitzung am 4. Dezember ihre prekäre Lage schildern. „Es muss was passieren, ansonsten tragen wir ab Januar unsere Punktspiele auf der Straße aus“, merkte der aktive Tischtennisakteur abschließend an.