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Mödlareuth

22 statt 14 Millionen: Museum wird teurer als erwartet

Von dpa Aktualisiert: 04.07.2022, 17:06
Ein ehemaliger Wachturm und Stacheldrahtzäune im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth.
Ein ehemaliger Wachturm und Stacheldrahtzäune im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth. Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Mödlareuth/Töpen - Die Erweiterung des Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth wird teurer als bisher angenommen. Man kalkuliere derzeit mit Gesamtkosten von rund 22 Millionen Euro, teilte das Landratsamt Hof am Montag mit. Davon seien 18,7 Millionen Euro für das Museum selbst vorgesehen, der Rest für die Außenanlagen. Zunächst war man von gut 14 Millionen Euro Gesamtkosten ausgegangen. Allerdings hatte Hofs Landrat Oliver Bär (CSU) schon vor einigen Monaten darauf hingewiesen, dass diese Kalkulation wegen der allgemein steigenden Baukosten noch einmal überprüft werden müsse.

Die Oberfrankenstiftung der Bezirksregierung unterstütze den Ausbau des Museums an der einstigen deutsch-deutschen Grenze mit vier Millionen Euro, hieß es aus dem Landratsamt. Bund und Freistaat Bayern steuerten insgesamt 11,2 Millionen Euro bei, das Land Thüringen 800.000 Euro.

2025 soll der Neubau fertig sein. Nach Angaben des Hofer Landratsamtes soll er so gestaltet sein, dass man von dort direkt auf die Mauer blicken kann, die einst durch das Dorf verlief. Das Dörfchen Mödlareuth liegt direkt an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen - zu Zeiten der deutschen Teilung war auch der Ort getrennt.

Eine Mauer war durch das Dorf gebaut worden, der eine Teil gehörte zur DDR, der andere zur Bundesrepublik. Deshalb erlangte Mödlareuth als „Little Berlin“ internationale Bekanntheit. Das Museum in Mödlareuth wurde 1990 nur kurz nach dem Teilabriss der Mauer gegründet. Die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz sagte, mit dem Neubau solle ein Zeichen gegen die SED-Diktatur und gegen das Vergessen gesetzt werden.