Kopenhagen (dpa) - Nach den Zweifeln an einer Geschichte über eine norwegische Insel und ihr Streben nach Zeitfreiheit hat die Initiative ausdrücklich ihr Vorhaben bestätigt.

"Unsere Geschichte darüber, wie wir hier oben leben, ist wahr. Und wir arbeiten wirklich daran, wie wir mit dem Kostbarsten umgehen, das wir haben: unserer Zeit", schrieb der Leiter der Initiative, Kjell Ove Hveding, in einer E-Mail an die Deutsche Presse-Agentur. Dies habe man am Mittwoch auch etlichen inländischen Medien zu erklären versucht, nachdem die Zweifel aufgekommen waren. "Wir mussten der norwegischen Presse erklären, dass das keine Fake News gewesen sind", so Hveding.

Die Geschichte über die nordnorwegische Insel Sommarøy hatte international für Aufsehen gesorgt, Medien wie CNN, der "Guardian" und die Deutsche Presse-Agentur berichteten darüber. Die von übermäßig Mitternachtssonne gesegnete Insel wolle zeitfrei werden, hieß es. Der norwegische Rundfunksender NRK berichtete jedoch am Dienstag, die Idee zur zeitlosen Insel stamme ursprünglich nicht von den Inselbewohnern selbst, sondern von der staatlichen Behörde Innovation Norway, die damit Touristen in die Region nördlich des Polarkreises locken wolle.

Mit den Vorwürfen konfrontiert entschuldigte sich die Behörde am Mittwoch dafür, ihre Rolle bei dem Ganzen nicht ausreichend klargestellt zu haben. "Wir haben den Menschen auf Sommarøy die Kampagne vorgeschlagen, und sie haben die Idee gemocht und sie sich zu Herzen genommen. Wir haben sie bei ihren Aktivitäten unterstützt und die Geschichte international beworben." Die Mehrheit der Inselbewohner stehe hinter der Initiative.

Hveding beteuerte, dass die Initiative, als zeitfreie Insel anerkannt zu werden, in der Tat weiter existiere. "Wir arbeiten weiter daran", schrieb er. Als ein Minister einer Zeitung gesagt habe, er könne sich vorstellen, flexiblere Regelungen für den Norden Norwegens zu finden, habe sich die Initiative in ihrem Weg bestätigt gefühlt. Seine Rolle beschrieb er wie folgt: "Ich bin der Anführer der Initiative, und viele Leute nennen mich einfach "Mr Sommarøy"."

Eine von Inselbewohnern unterzeichnete Petition gebe es ebenfalls, versicherte Hveding. Diese sei dem Parlament in Oslo vorgelegt und als PDF-Dokument per E-Mail zugeschickt worden. Das hatte auch Innovation Norway am Mittwoch noch einmal bestätigt.