Aufgespießt

Darf man im Parlament Sch*** sagen?

Und wie ist es mit Ar***? Bizarre Anfragen und genervte Antworten aus dem Politik-Alltag

Von Axel Ehrlich
Bilder sagen mehr als Worte: Auch an dieser Stelle wird niemand die Bezeichnung ?Ar***? verwenden. Foto: imago

Parlamentarische Anfragen, sei es im Bundestag oder in Regionalparlamenten, neigen zuweilen, oft unfreiwillig, zur Absurdität. Über das jüngste Beispiel berichten die Kollegen des Berliner „Tagesspiegel“. Es spielt in der Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln.

Die Anfrage der AfD-Abgeordneten Anne Zielisch lautet allen Ernstes wie folgt: „Wie oft wurden in der laufenden Amtsperiode das Wort „Sch***“ und diesbezügliche Ableitungen am Rednerpult geäußert – bitte nach Parteizugehörigkeit aufführen?“ Bezirksbürgermeister Martin Hikel antwortete lakonisch: „Darüber führt das Bezirksamt keine Statistik.“ Die Abgeordnete schob gleich noch einen aus derselben, ziemlich unteren, Schublade nach: „Wie oft wurden in der laufenden Amtsperiode das Wort „Ar***“ und diesbezügliche Ableitungen am Rednerpult geäußert – bitte nach Parteizugehörigkeit aufführen?“ Der Bürgermeister antwortet, deutlich genervter: „Siehe Antwort zu 1.“ Sein unausgesprochenes Signal an die Kollegin von der AfD: Solche Anfragen sind für den Ar***, also richtige Sch***. PS. Dies ist bislang die Geschichte mit den meisten Sternchen.