Aufgespießt

Goldiger als die Polizei erlaubt

Warum sich die Staatsmacht in Dresden an einem auffälligen Porsche stört

Von Siegfried Denzel
Die Polizei in Dresden hat einen goldfarbenen Porsche als zu gefährlich eingestuft. Foto: dpa

Es ist ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken, das deutsche Autofahrer Jahr für Jahr beweisen: Zwei von drei Vehikeln sind entweder schwarz, weiß oder grau lackiert.

Deshalb hätte der Besitzer eines Porsche in Dresden für seine Kreativität eigentlich ausgezeichnet werden und sein Nobel-Flitzer auf die rote Liste bedrohter Arten gesetzt werden sollen: Selbst bei dunkel wolkenverhangenem Wetter herrschte auf einem Anwohnerparkplatz ein Funkeln und Strahlen, dass zumindest die Umgebung die Sonne gar nicht vermisste. Keine Kosten und Mühen hatte der Mann gescheut, um aus dem Schwarz-Weiß-Einheitslook endloser Blechschlangen hervorzustechen – mit ganz viel Gold.

Was ihm derart gut gelungen ist, dass die Polizei eingeschritten ist: Sie ließ den Wagen kurzerhand abschleppen! Dabei hatte der Mann nicht etwa ein Parkverbot missachtet oder gar eine Feuerwehrzufahrt blockiert – nein: Die Staatsmacht störte sich am Hochglanz der aufgeklebten Goldfolie. Der könnte andere Fahrer nämlich gefährlich blenden. Also doch lieber nur Schwarz, Weiß und Grau auf dem Blech.