Aufgespiesst

Kein Buh! – aber viel Muh!

Acht Cello-Studenten strichen im Kuhstall Caccinis „Ave Maria“.

Von Bernd Kaufholz
Das Kuhkonzert in einem Stall im skandinavischen Lund scheint allen Beteiligten gefallen zu haben.
Das Kuhkonzert in einem Stall im skandinavischen Lund scheint allen Beteiligten gefallen zu haben. Foto: The NewYorkTimes/Redux/laif

Ausgebuht haben die gehörnten Zuhörer die acht Elite-Musikstudenten der nahe gelegenen Cello-Schule auf keinen Fall. Das tiefsinnige Muhen des Fleckviehs, lediglich unterbrochen von schmatzendem Wiederkäuen und das tiefentspannte Ausatmen, waren wohl eher als Applaus zu deuten für die virtuose Darbietung von Caccinis „Ave Maria“. Und der Konzertsaal war mindestens ebenso ungewöhnlich: Ein Stall voller Heuballen im skandinavischen Lund

Das Kuh-Konzert war die gemeinsame Idee von John Shaw, Direktor des Musikinstituts, und des Viehbauern Mogens Haugaard. Ihre Gründe für das Rindvieh-Event waren allerdings unterschiedlich. Der eine wollte seien Studenten Abwechslung und Landleben bieten, aber auch vermitteln, wie unter weniger typischen konzertglamourösen Bedingungen Leistungen abgeliefert werden können.

Der Bauer hingegen erhoffte sich durch den Ohrenschmaus glücklichere Kühe und schmackhafteres Fleisch. Ob letzteres tatsächlich eingetroffen ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Aber Spaß hat es sowohl den Befrackten als auch den Gefleckten gemacht.