Aufgespießt

Klosterfrau Casinogeist

Warum einer Nonne in den USA bis zu 40 Jahre Haft drohen

Von Siegfried Denzel
Eine Nonne in den USA soll 835 000 Euro verzockt haben ? nun drohen ihr bis zu 40 Jahre Haft.
Eine Nonne in den USA soll 835 000 Euro verzockt haben ? nun drohen ihr bis zu 40 Jahre Haft. Foto: dpa

In Armut wolle sie leben, allen irdischen Verlockungen abhold – und als Braut Christi ein Vorbild an Tugendhaftigkeit sein. So hat’s eine junge Frau mit 18 beim Eintritt in den Orden feierlich gelobt. Doch selbst eine Gottesfrau ist nicht gefeit vor dem Erkalten ihrer heißen Jugendliebe...

Denn 61 Jahre als Braut sind eine lange Zeit, in der (Kloster-) frau auf manche Abwege geraten kann. Statt ins Gebet und ihre Aufgaben als Leiterin der kalifornischen St. James Catholic School vertieft zu sein, zockte die Nonne leidenschaftlich in Spielcasinos. Dumm nur, dass sie das verprasste Geld gar nicht hatte.

Also plünderte sie die Kasse ihrer Ordensschule sowie ein Konto, von dem die Lebenshaltungskosten der Nonnen bezahlt werden sollten. Dass sie das siebte Gebot („du sollst nicht stehlen“) missachtete, war für sie wohl nicht weiter tragisch: Es sind ja noch neun andere da, an die man sich halten kann. Nun aber richtet ein irdisches Gericht über die heute 79-Jährige: 835 000 Dollar habe sie veruntreut, räumte sie vor einer Jury in Los Angeles ein. Darauf stehen bis zu 40 Jahre Haft – und die Aussicht auf ein himmlisches Donnerwetter, sollte sie auf Erden ihre Strafe nicht komplett absitzen.