Aufgespießt

Notrufe vom Kindergeburtstag

Mit seinem Geschenk sorgt ein Siebenjähriger für einen Polizeieinsatz

Von Siegfried Denzel
Mit seiner neuen Smartwatch hat ein Siebenjähriger in München mehr als 30 Notrufe in zehn Minuten ausgelöst.
Mit seiner neuen Smartwatch hat ein Siebenjähriger in München mehr als 30 Notrufe in zehn Minuten ausgelöst. Foto: dpa

Die Münchner Polizei war am Limit: In nur zehn Minuten 30 Notrufe von ein und demselben „Absender“. Und dies nicht etwa wegen der Unwetter, die tagelang über der Bayern-Hauptstadt wüteten. Nein, jedes Mal vernahmen die Diensthabenden fröhliche Kinderstimmen im Hintergrund – doch nie wurde ihre Frage nach der Art des Notfalls beantwortet.

Aber moderner Technik sei Dank: Schnell hatten die Beamten den Notrufer geortet – um dann mit allem, was Einsatzwagen an Laut- und Blaulichtstärke hergeben, dorthin zu brausen. Sie klingelten an der Tür und erhielten Einlass – zu einem Kindergeburtstag!

War die ganze Notruferei also nur ein Dummer-Jungen-Streich? Nein, solch' Vorwurf wäre ungerecht. Der scheinbar Hilfesuchende war nämlich ein Siebenjähriger, der zum Geburtstag eine Smartwatch geschenkt bekommen hat, damit aber nicht richtig umgehen konnte – und beim Erkunden der Funktionen immer wieder beim Notruf „landete“. Eine Bedienungsanleitung lag dem Digitalteil zwar auch bei – aber da geht’s einem Siebenjährigen genauso wie vielen Erwachsenen: Lesen? Wie analog ist das denn?