Aufgespießt

Schlabber-Look auf Fünf-Jahres-Hoch

Wenn sich eine Statistik-Behörde mit Jogging-Anzügen befasst

Von Siegfried Denzel
Deutschlands bis heute bekanteste Jogginganzug-Trägerin: ?Cindy aus Marzahn? alias Ilka Bessin.
Deutschlands bis heute bekanteste Jogginganzug-Trägerin: ?Cindy aus Marzahn? alias Ilka Bessin. Foto: dpa

Wie gut, dass wir das nun amtlich bestätigt bekommen haben: Die Corona-Pandemie hat einem Kleidungsstück zum Comeback verholfen, das gefühlt schon ganz weit im Mode-Abseits war. Laut niedersächsischem Landesamt für Statistik ist die Menge der ins Bundesland importierten Jogginganzüge um 21,3 Prozent auf mehr als 1,5 Millionen Stück gestiegen – Fünf-Jahres-Rekord!

Auch der Spaß-Pegel der sonst als dröge beleumundeten Zahlenmenschen dürfte bei dieser Statistik auf einem Fünf-Jahres-Hoch gewesen sein: „Das Homeoffice lässt grüßen“, schreiben sie nämlich und verraten eigene Erfahrungen: So seien in manchen Videokonferenzen Kollegen „im lässig-trendigen Trainingsanzug gesichtet“ worden, mal sei der Schlabber-Look aber auch seriös in Blau oder Schwarz erschienen, seltener in Knallbunt-Optik. Was wir jetzt auch wissen: Die meisten der nach Niedersachsen gelieferten Jogginganzüge waren aus Baumwolle (51,8 Prozent), gefolgt von Synthetik (48,2 Prozent). Statistisch irrelevant waren ganz noble Stücke: Nur 48 Anzüge seien aus Seide oder ähnlich feinem Zwirn gewesen – wohl die Homeoffice-Ausführung für die Chefs.