Aufgespießt

Warum ein Polizist zum Trittbrettfahrer wurde

Todesmutiger Einsatz gegen einen Rotlichtsünder

Von Siegfried Denzel 01.05.2022, 18:48
16 schier unendliche Kilometer lang klammerte sich der Verkehrspolizist an den Beifahrerspiegel, um den Brummi-Fahrer zu stellen.
16 schier unendliche Kilometer lang klammerte sich der Verkehrspolizist an den Beifahrerspiegel, um den Brummi-Fahrer zu stellen. Foto: Twitter

Seit Jahrzehnten hält sich das Vorurteil: Beamte – zumindest manche von ihnen – gehören nicht unbedingt zu den diensteifrigsten unter dieser Sonne. Ein Verkehrspolizist aus Thailand aber hat mit diesem Eindruck endgültig aufgeräumt. Denn um einen Rotlichtsünder zu stellen, ist der Mann todesmutig zum Trittbrettfahrer geworden!

Dabei sah zunächst alles nach Routine aus: Als Motorradstreife bemerkte der Beamte, wie ein Brummi-Fahrer vor einer roten Ampel Gas gab, um bloß keine Zeit bis zum Abladen zu verlieren – Lieferketten stehen ja auch in Thailand vor dem Reißen.

Auch für die folgende Kontrolle hatte der Kapitän der Landstraße nicht wirklich Zeit: Zwar stoppte er kurz, um seinen Boliden dann aber umso rasanter zu beschleunigen. Womit er nicht gerechnet hatte, war die Entschlossenheit des Beamten: Der sprang aufs Trittbrett, klammerte sich an den Außenspiegel – und ließ sich 16 lange Kilometer nicht abschütteln. Erst dann gab der Lkw-Fahrer auf und ließ sich ein Knöllchen ausstellen: Das Überfahren einer roten Ampel kostet in Thailand 1000 Baht – umgerechnet 28 Euro. Das illegale Befördern eines Polizisten indes steht nicht im Bußgeldkatalog.