Aufgespiesst

Wenn in Wahlhelfer in Stendal schon aus Hamburg anreisen

Von Mike Kahnert
Zur Landtagswahl 2021 werden in Stendal 318 Wahlhelfer eingesetzt. Es bewarb sich sogar jemand aus Hamburg für die Position. Foto: dpa dpa

Stendal

Können auch Sie es nicht mehr aushalten und wollen endlich einen Impftermin? Sind aber kerngesund oder noch nicht alt genug? Keine Sorge. Werden Sie jetzt Wahlhelfer und erhalten Ihre Spritze noch vor Tante Inge im Nachbarhaus!

So oder so ähnlich könnte zumindest der Werbeslogan für die Suche nach Wahlhelfern zur kommenden Landtagswahl lauten. Aber den braucht es gar nicht. Überraschenderweise ist die Anzahl an Anmeldungen für die Wahlhelfer explodiert. Mit unschuldigen Gedanken bewerben sich sogar engagierte Bürger aus Hamburg, um in Stendal im Wahllokal auszuhelfen, bestätigt Armin Fischbach, Pressesprecher der Stadt Stendal. 318 Wahlhelfer werden in der Hansestadt eingesetzt. Uneigennützig haben sich zahlreiche Menschen sogar zum ersten Mal als Wahlhelfer angemeldet.

Anscheinend haben diese 318 Menschen das Kleingedruckte nicht gelesen. Viele werden mit Erschrecken feststellen, dass an der ehrenhaften Aufgabe auch die Bürde einer nicht priorisierten Impfung gegen das Coronavirus hängt. Und das heißt:

Mehr als 200 Kilometer Anfahrt aus Hamburg. Zweieinhalb Stunden im Auto. Und das gleich dreimal. Plus Rückfahrt. Schließlich müssen die Wahlhelfer ja noch zweimal ins Impfzentrum nach Stendal kommen. Was man nicht alles für die Landtagswahl tut...Mike Kahnert