Aufgespiesst

Zauberpflanze entschärft Kuh-Pupse

Wie eine Alge unsere Atmosphäre vor dem Treibhauseffekt schützen soll

Von Axel Ehrlich
Kühe mit Kuhglocken stehen auf einer Weide. Mit Kuhglocken statt Böllern wollen Menschen im Allgäu nach einem Aufruf in sozialen Netzwerken das Neue Jahr einläuten. (zu dpa «Allgäuer wollen neues Jahr mit Kuhglocken statt Böllern einläuten») +++ dpa-Bildfunk +++
Kühe mit Kuhglocken stehen auf einer Weide. Mit Kuhglocken statt Böllern wollen Menschen im Allgäu nach einem Aufruf in sozialen Netzwerken das Neue Jahr einläuten. (zu dpa «Allgäuer wollen neues Jahr mit Kuhglocken statt Böllern einläuten») +++ dpa-Bildfunk +++ dpa

Stichwort Klima-Erwärmung: Einen beträchtlichen Anteil haben ausgerechnet unsere Kühe. Wenn die Tiere (weltweit gibt es etwa eine Milliarde) ihr Grünfutter verdauen, entsteht Methangas. Die Wiederkäuer rülpsen und pupsen – und schädigen so die Atmosphäre. Methangas hat eine 30-fach höhere Treibhauswirkung als Kohlendioxid. Wissenschaftler der University of California haben nun herausgefunden, wie man die umweltschädlichen Verdauungsprodukte entschärfen und somit ein bisschen unseren Planeten retten kann: Füttert man die Rinder ganz oder teilweise statt mit Gras mit Rotalgen (Asparagopsis taxiformis), geht die Methanemission via Pupsrülps um bis zu 82 Prozent zurück.

Die blassrosa Alge wächst quasi wie Unkraut in fast allen Meeren. Problem ist nur, das Zeug zu ernten und zu den Kühen zu bringen. Aber daran arbeiten die Wissenschaftler bereits. Falls jetzt jemand fragt, wie er selbst hier konkret mithelfen kann: Öfter mal ne Rotalge mümmeln, um auch die ganz persönliche Methan-Bilanz zu drücken. Machen die Bewohner von Hawaii übrigens schon seit Jahrhunderten.