Aufgespießt

Zisch! Der satte Klang von frischem Bier

EU-Gericht schmettert merkwürdigen Wunsch einer Dosenfirma ab

Von Axel Ehrlich
Das Foto zum Geräusch: Vorfreude auf ein ordentliches, kühles Bier. Nur frisch gezapft ist besser.
Das Foto zum Geräusch: Vorfreude auf ein ordentliches, kühles Bier. Nur frisch gezapft ist besser. Foto: imago

Erst ein kleines Klicken, dann dieses unnachahmliche kurze Zischen und schließlich das satte, schaumige Sprudeln. Dieser Sound lässt Bilder vor dem inneren Auge entstehen: Ein kühles Bier, Wassertropfen perlen an der Außenseite der Dose herab. Der Zeigefinger ertastet instinktiv den Ring auf der Oberseite, zieht ihn langsam Richtung Himmel. Und jetzt: siehe oben.

Eine Bonner Dosen-Firma wollte sich dieses Geräusch als sogenannte Klangmarke am EU-Gericht in Luxemburg schützen lassen. Doch die Richter entschieden: Keine Klangmarke. Kann man nicht schützen und somit anderen verbieten, auch so ein Geräusch zu erzeugen. Schließlich klingen die Dosen alle ziemlich gleich.

Die staubtrockene Begrünung des Gerichts nochmal im Wortlaut: „Der Klang beim Öffnen einer Dose ist ein rein technisches und funktionelles Element beim Umgang mit Getränken. Das Geräusch kann daher nicht als ein Hinweis auf die betriebliche Herkunft dieser Waren wahrgenommen werden. Es wird also eher mit dem Getränk verbunden und nicht mit der Dose (Az: T-688/19).

Puh. Darauf jetzt erstmal ein kühles Bier.