Urkundenfälschung

Bande soll Verkehrssünder vor Strafen bewahrt haben

Von dpa Aktualisiert: 17.08.2022, 15:03
Ein Polizeibeamter steht zwischen zwei Einsatzfahrzeugen der Polizei.
Ein Polizeibeamter steht zwischen zwei Einsatzfahrzeugen der Polizei. Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Hildesheim - Drei Hildesheimer sollen Verkehrssündern gegen Geld geholfen haben, Bußgeldverfahren loszuwerden - jetzt haben die Ermittler bei ihnen Schmuck und Bargeld im Wert von einer sechsstelligen Summe beschlagnahmt. Außerdem sei der 30 Jahre alte mutmaßliche Kopf der Bande verhaftet worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Hildesheim am Dienstag mit. Seit knapp zwei Jahren laufe ein Verfahren wegen gewerbs- und bandenmäßiger Urkundenfälschung, die drei Hauptbeschuldigten seien der 30-Jährige sowie ein weiterer 23 Jahre alter Mann und eine 28 Jahre alte Frau.

Die Beschuldigten sollen den Angaben zufolge Anhörungsbögen für Verkehrssünder gegen Bezahlung so verfälscht haben, dass sich die Ermittlungen schließlich gegen fiktive Personen richteten. Die tatsächlichen Fahrerinnen und Fahrer seien damit verschont geblieben. Anhörungsbögen werden vor einem Bußgeldbescheid ausgehändigt, wenn die Identität des Fahrers nicht klar ist. Auch sollen sich die betreffenden Fahrerinnen und Fahrer so zur Sache äußern.

Schon im Mai 2021 wurden bei Durchsuchungen beispielsweise Mobiltelefone sowie handschriftliche Aufzeichnungen und Notizen gefunden. Die Auswertung ergab annähernd 300 Taten und eine Bezahlung im unteren sechsstelligen Eurobereich. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht nun sogenannte Vermögensarreste an, um den erlangten Gewinn einzuziehen.

In den Wohn- und Geschäftsräumen der Tatverdächtigen beschlagnahmten die Ermittler jetzt Schmuck und Bargeld, außerdem trafen sie den 30-Jährigen an und verhafteten ihn. Die Ermittlungen dauern an.