Canberra (dpa) - Sind das nun gute oder schlechte Nachrichten für Australien? In den Brandgebieten ist für die kommenden Tage Regen in Sicht. Für die Feuerwehrleute im Bundesstaat New South Wales bedeutet das zumindest vorläufig ein wenig Unterstützung. Aber das Wetter könnte auch Probleme bringen.

Die Meteorologin Sarah Scully sprach von einem "zweischneidigen Schwert". Heftiger Regen und Gewitter könnten Sturzfluten auslösen. Das galt laut Scully besonders für die niedergebrannten Gebiete.

Die Bilder von verletzten Koalas und Kängurus, die durch den Rauch hoppeln, bewegen derzeit Menschen weltweit. Dass sich wie zuletzt vor allem Prominente mit Großspenden überbieten, ist für Experten dabei nicht außergewöhnlich. "Nachweislich ist, dass auch schon bei einzelnen, ganz ausdrucksstarken Bildern das Spendenverhalten steigt", sagte Max Mälzer, der Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats.

Die Spenden seien auch durchaus sinnvoll - "sofern sie an seriöse Organisationen gehen", erklärte Mälzer. "Zumeist sind Geldspenden dabei sinnvoller als Sachspenden, da in letztem Fall Angebot und Nachfrage genau zusammenpassen müssen." Als Großspender war unter anderem die Umweltstiftung von Leonardo DiCaprio aufgetreten, die drei Millionen Dollar geben will. Zuvor hatte etwa der Schauspieler Chris Hemsworth ("Thor") nach eigenen Angaben eine Million australische Dollar (620.000 Euro) gegeben.

Feuerwehrleute aus Kanada und den USA halfen derweil bei den Einsätzen vor Ort, darunter war auch eine US-Spezialtruppe. Nach Angaben der EU-Kommission lehnte Australien ein Angebot zur Entsendung europäischer Feuerwehrleute vorerst ab: EU-Kommissar Maros Sefcovic teilte am Montag in Straßburg mit, die australische Regierung schätze das Angebot, habe aber erklärt, eine zusätzliche Unterstützung werde derzeit nicht benötigt.

In Melbourne an der Südostküste Australiens haben die Feuer die Luftqualität rekordverdächtig schlecht gemacht. Für die Bewohner war es der zweite Tag in Folge mit besonders dicker Luft. Ihnen wurde geraten, drinnen zu bleiben. Der Rauch löste im Stadtgebiet Feuermelder aus.

Fernsehbilder zeigten, wie die Leute Schutzmasken trugen. Über Nacht sei die Luft in der Stadt "weltweit am schlechtesten" geworden, sagte der zuständige Gesundheitsbehörden-Chef Brett Sutton am Dienstag zu Reportern.

Wegen des Rauchs verzögerten sich auch die ersten Spiele in der Qualifikationsrunde für die Australian Open. Eine Tennisspielerin gab nach einem Hustenanfall auf und wurde von einer Betreuerin vom Platz geführt. Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres soll am 20. Januar beginnen.

Seit Monaten wüten vor allem im Südosten des Kontinents heftige Buschbrände. Nach Angaben der Regierung kamen bislang 28 Menschen ums Leben. Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales getötet worden.