Schweres Unglück in Hessen / Unter den acht Toten sind auch vier Kinder / Ursache noch unklar

Flugzeuge prallen in der Luft zusammen

Bei einem der bundesweit schwersten Flugzeugunglücke der vergangenen Jahre waren am Sonnabend nördlich von Frankfurt am Main zwei Kleinflugzeuge zusammengestoßen und auf dem Boden zerschellt. Dabei kamen vier Erwachsene und vier Kinder ums Leben.

Wölfersheim (dapd/dpa) l Schwierige Untersuchungen nach dem Flugzeugunglück in Hessen mit acht Toten. Die vier Experten des Bundesamts für Flugunfalluntersuchung (BFU), die am Sonntagmorgen an der Unglücksstelle bei Wölfersheim eintrafen, erwarteten wegen Schnee und Wind langwierige Ermittlungen.

Beide Flugzeuge waren in rund einem Kilometer Höhe kollidiert, abgestürzt und auf einem Feldstück zerschellt. Die Absturzstellen hatten einen Abstand von rund 400 Meter, das Trümmerfeld erstreckte sich über mindestens einen Quadratkilometer.

"Für Laien ist es sicherlich nicht verständlich, wie die Maschinen bei bestem Wetter überhaupt zusammenstoßen konnten", sagte Polizeisprecher Erich Müller. Zum Zeitpunkt der Katastrophe gegen 16.15 Uhr sei die Sicht klar gewesen. Am Steuer der Maschinen, zwei sogenannte Tiefdecker, hätten erfahrene Piloten gesessen.

Eine Maschine war den ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge mit zwei Erwachsenen und drei Kindern besetzt gewesen. Sie soll auf dem Weg von Stadtlohn (Nordrhein-Westfalen) nach Aschaffenburg (Bayern) gewesen sein. Das andere Flugzeug mit zwei Erwachsenen und einem Kind an Bord soll von Koblenz gekommen und vermutlich im Landeanflug auf den nahe gelegenen Flugplatz von Reichelsheim gewesen sein.

Unter den acht Toten ist ein Pilot der Lufthansa. Eine Sprecherin der Luftfahrtgesellschaft bestätigte gestern Medienberichte, wonach der erfahrene Berufspilot eines der beiden Kleinflugzeuge gesteuert haben soll.

Der Hessische Rundfunk hatte zuvor gemeldet, dass der Tower des Flugplatzes in Reichelsheim in der Wetterau, den eine der beiden Maschinen anflog, bis kurz vor dem Absturz Funkkontakt zu dem Lufthansapiloten gehabt hatte.

Bereits kurz nach dem Absturz war ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten vor Ort. Sie arbeiteten nach Einbruch der Dunkelheit im Scheinwerferlicht.

Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) kam am Samstagabend zum Unglücksort und sprach von einem erschütternden und furchtbaren Bild. Den Helfern dankte er für ihren Einsatz: "Ich habe den allergrößten Respekt vor dem, was die Männer und Frauen angesichts des schweren Einsatzes hier geleistet haben."

Die Unfallursache ist laut Polizei und Staatsanwaltschaft unklar. Bislang könne nur spekuliert werden, ob es sich um ein technisches Problem, einen Pilotenfehler oder um Sichtbehinderung gehandelt habe, sagte ein Polizeisprecher.