Klima

Klimareport: Jahrestemperatur 1,7 Grad höher als 1881

Von dpa 23.09.2021, 16:27 • Aktualisiert: 25.09.2021, 09:57

Hamburg - Nach einem neuen Klimareport der Hamburger Umweltbehörde ist der Klimawandel längst in der Hansestadt angekommen. Das sei eine der Kernaussagen des Berichts, teilte die Umweltbehörde am Donnerstag mit. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 habe sich die Temperatur in Hamburg im Jahresmittel um 1,7 Grad erhöht. Deutschlandweit liege dieser Wert bei 1,6 Grad, weltweit bei 1,1 Grad, heißt es in dem gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erarbeiteten Report.

Zum Ende des Jahrhunderts werde die durchschnittliche Jahrestemperatur nochmals um mindestens 0,5 Grad steigen, und zwar unter der Voraussetzung, dass sehr ambitionierte Klimaschutzziele erreicht werden. Ohne Klimaschutz würde ein durchschnittliches Jahr bis dahin rund zwei Grad wärmer sein als die absoluten Rekordjahre 2014 und 2020 mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,9 Grad. Aktuell liege die Hamburger Jahresdurchschnittstemperatur bei 9,8 Grad.

Der langfristige Trend zeige, dass deutlich mehr Niederschläge im Winter zu erwarten seien, während die Sommermonate trockener werden. Auch müsse sich Hamburg auf häufigere und intensivere Starkregenereignisse einstellen.

„Der Klimareport ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir in Hamburg unsere Klimaziele verschärfen müssen sowie eine wichtige Grundlage zur Weiterentwicklung unserer Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“, erklärte Umweltsenator Jens Kerstan. Die neue Bundesregierung müsse die Energiewende beschleunigen und den Kohleausstieg vorziehen, forderte der Grünen-Politiker.

„Die Ergebnisse des Klimareports für Hamburg sind erschreckend“, erklärte der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu), Malte Siegert. „Es ist bereits zehn nach zwölf und die Zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen.“ Mit dem Temperaturanstieg um 1,7 Grad seit 1881 liege Hamburg schon heute über dem Pariser Klimaziel von 1,5 Grad.

Das Pariser Klimaziel sei allerdings ein globales, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. In stark besiedelten Regionen steige die Temperatur schneller. Über den Ozeanen und am Äquator sei der Anstieg dagegen langsamer. Besorgniserregend sei vor allem die schnelle Erwärmung in den Polarregionen.