Vergiftete Zimtschnecke

Mehr als sechs Jahre Haft für Ehemann

Mit einer vergifteten Zimtschnecke wollte er seine Frau außer Gefecht zu setzen: Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einen 39-Jährigen wegen versuchten Mordes zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt.

Von dpa
Ein wegen versuchten Mordes angeklagter Mann im Sitzungssaal im Strafjustizzentrum des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Der 39-Jähige soll versucht haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau umzubringen. Er hatte ihr eine selbstgebackene Zimtschnecke mitgebracht, die mit einem Schlafmittel versehen war.
Ein wegen versuchten Mordes angeklagter Mann im Sitzungssaal im Strafjustizzentrum des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Der 39-Jähige soll versucht haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau umzubringen. Er hatte ihr eine selbstgebackene Zimtschnecke mitgebracht, die mit einem Schlafmittel versehen war. Daniel Karmann/dpa

Nürnberg - Weil er seine Ehefrau nach Überzeugung des Gerichts mit einer präparierten Zimtschnecke vergiften wollte, ist ein 39 Jahre alter Mann aus Erlangen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Außerdem muss er in eine Entziehungsanstalt.

Die 19. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth sah in ihrem Urteil vom Donnerstag den Tatbestand des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung als erfüllt an. Außerdem flossen in die Strafe Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz ein.

Der Mann hatte seiner Frau das vergiftete Gebäck mitgebracht, angeblich um sie vorübergehend außer Gefecht zu setzen. Ziel des Mannes sei es gewesen, länger als vorgesehen Zeit mit dem gemeinsamen Sohn verbringen zu können. Die Frau hatte davon gegessen und war schwer erkrankt. Später aß auch noch die Mutter der Frau von der Schnecke - sie musste sogar im Krankenhaus künstlich beatmet werden und schwebte in Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von neun Jahren verlangt. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung als ausreichend angesehen, weil eine Tötungsabsicht nicht gegeben gewesen sei.