Wiesbaden (dpa) - Bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen kommen immer weniger Menschen ums Leben. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 3177 Tote im Straßenverkehr, wie das Statistische Bundesamt unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse in Wiesbaden mitteilte.

Die Zahl sank um 29 und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1953. Schon im Jahr zuvor war ein Rekordtief erreicht worden. 2017 wurden 388 200 Menschen auf deutschen Straßen verletzt und damit 2,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Den bislang vorliegenden Zahlen zufolge sank vor allem die Zahl getöteter Autofahrer, auch die Zahl getöteter Fußgänger ging zurück. Dagegen kamen 46 mehr Fahrer von Motorrädern und -rollern ums Leben sowie 30 zusätzliche Fahrer von Lastwagen, Sattelschleppern und anderen Güterkraftfahrzeugen.

Diese Entwicklung zeige, dass es noch viel zu tun gebe in Sachen Verkehrssicherheit, sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann. Das gelte unter anderem für die Themen Ablenkung am Steuer durch Smartphones, Unfälle mit abbiegenden Lkws sowie die immer weiter zunehmende PS-Leistung von Motorrädern. "Hier gibt es kein wirklich überzeugendes Konzept", sagte der Experte.

Die Gesamtzahlen seien zwar sehr erfreulich, ein grundsätzlicher Trend lasse sich aber nicht ablesen: "Seit 2010 gibt es relativ wenig Bewegung." Wäre der Sommer 2017 schöner gewesen, hätte es noch mehr Motorrad- und Fahrradunfälle gegeben, schätzte Brockmann. Im ersten Halbjahr sei nach dem schönen Frühjahr noch ein Anstieg der Verkehrstoten verzeichnet worden.

Die Gesamtzahl der Unfälle erreichte vergangenes Jahr einen Höchststand: Die Polizei nahm rund 2,6 Millionen Unfälle auf, das waren zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor; bei 2,3 Millionen davon entstand Sachschaden, bei 301 200 gab es Tote oder Verletzte.

Die Statistik zeigt große Unterschiede unter den Bundesländern: In Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Thüringen gab es 2017 mehr Verkehrstote als im Vorjahr. In Bremen blieb die Zahl unverändert, in den übrigen Bundesländern sank sie. Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie Niedersachsen am höchsten. Am geringsten war es in den Stadtstaaten sowie Nordrhein-Westfalen, wo auf eine Million Einwohner 25 Getötete kamen.

Anfang der 1950er Jahre starben - BRD und DDR zusammengerechnet - noch knapp 8000 Menschen auf deutschen Straßen. Mitte der 50er Jahre stieg die Zahl auf rund 14 000. Der Höchstwert wurde 1970 mit 21 000 Verkehrstoten erreicht. Seither fällt die Kurve - mit kleinen Ausreißern - dank Gurtpflicht, Helmpflicht, niedrigerer Promille-Grenze und Sicherheitssystemen wie Airbags.

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