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Prozess gegen Bande mit geknacktem Netzwerk startet neu

Von dpa 23.09.2021, 12:14 • Aktualisiert: 25.09.2021, 08:31
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Neubrandenburg - Der Drogen-Prozess um ein geknacktes internationales Daten-Netzwerk von Kriminellen startet am Landgericht Neubrandenburg an diesem Montag neu. Wie das Landgericht am Donnerstag mitteilte, sind vier Männer im Alter zwischen 38 und 59 Jahren wegen bandenmäßigen Drogenhandels und Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt. Die sogenannte Kokain-Bande soll von April bis November 2020 Rauschgift in größeren Mengen in präparierten Autos aus den Niederlanden geholt und damit gehandelt haben. Dabei sollen die Männer von der Mecklenburgischen Seenplatte und aus Schwerin Krypto-Handys verwendet haben, die damals als abhörsicher galten (Az.: 23 KLs 7/21).

Der Fall steht im Zusammenhang mit einer aufsehenerregenden Datenabfangaktion französischer Ermittler aus dem Jahr 2020. Diese hatten ein Datennetz entschlüsselt, wodurch Hunderte mutmaßliche Kriminelle in Europa abgehört werden konnten. Durch die Encrochatdaten sind in der EU bisher mehr als 1800 mutmaßliche Drogenhändler und andere Tatverdächtige aufgeflogen.

Die Gruppe um den 59-jährigen Hauptbeschuldigten war über das Landeskriminalamt MV im Herbst 2020 gefasst worden. Drei Männer sitzen in U-Haft. Bei Durchsuchungen waren etwa zwei Kilogramm Kokain gefunden worden, das auf dem Drogenmarkt einen sechsstelligen Wert haben dürfte. Gefunden wurden auch andere Drogen, Totschläger, Mobiltelefone und 30.000 Euro Bargeld. Ein erster Prozess war im Frühsommer wegen einer Richter-Erkrankung geplatzt.