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SPD siegt bei Bundestagswahl in Brandenburg

Die SPD hat in Brandenburg bei der Bundestagswahl die Nase klar vorn. Die CDU - Wahlsieger vor vier Jahren - ist auf Platz drei abgerutscht. Im Promi-Wahlkreis Potsdam gibt es ein klares Ergebnis.

Von dpa 27.09.2021, 05:25 • Aktualisiert: 27.09.2021, 14:10
Das Logo der SPD ist zu sehen.
Das Logo der SPD ist zu sehen. Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

Potsdam - Die SPD ist aus der Bundestagswahl in Brandenburg klar als Siegerin hervorgegangen. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis vom Montag kam sie auf 29,5 Prozent, teilte der Landeswahlleiter mit. Auf dem zweiten Platz folgt die AfD mit 18,1 Prozent. Die CDU erreichte nur noch Platz drei mit 15,3 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl in Brandenburg. Die FDP verbesserte sich auf 9,3 Prozent, die Grünen kletterten auf 9,0 Prozent und die Linke halbierte ihr Ergebnis von vor vier Jahren auf 8,5 Prozent - ebenfalls das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl im Land. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,6 Prozent nach 73,7 Prozent 2017. Per Briefwahl machten 35,1 Prozent mit - viel mehr als vor vier Jahren mit 21,5 Prozent.

In allen zehn Wahlkreisen lagen die Direktkandidaten der Sozialdemokraten vorn. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz entschied den Wahlkreis Potsdam als Direktkandidat mit deutlichem Vorsprung für sich. Er kam auf 34,0 Prozent vor Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit 18,8 Prozent und der früheren CDU-Landeschefin Saskia Ludwig mit 13,8 Prozent. Das Ergebnis war bundesweit mit Spannung erwartet worden, weil gleich zwei Kanzlerkandidaten um ein Mandat rangen. Zwischenzeitlich führten in den zwei Südbrandenburger Wahlkreisen Cottbus - Spree-Neiße und Elbe-Elster - Oberspreewald-Lausitz II die AfD-Direktkandidaten vor denen der SPD.

Vor vier Jahren hatte die CDU 26,7 Prozent der Zweitstimmen in Brandenburg geholt, gefolgt von der AfD mit 20,2 Prozent. Die SPD, die seit 1990 im Land mit wechselnden Partnern regiert, landete 2017 mit 17,6 Prozent auf Platz drei gefolgt von der Linken mit 17,2 Prozent. Die FDP erreichte damals 7,1 Prozent, die Grünen lagen bei 5,0 Prozent.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) leitete für die SPD einen Regierungsauftrag ab. „Wir sind wieder da, Freunde!“, sagte der SPD-Landeschef bei der Wahlparty der Sozialdemokraten in Potsdam. Es gehe darum, dass sich die Menschen auch in Zukunft eine Wohnung leisten könnten, von ihrer Rente leben könnten und das Klima geschützt werde, aber mit sozialem Augenmaß. „Das ist der Auftrag der Sozialdemokratie.“ Er sprach sich gegen eine rot-rot-grüne Koalition im Bund aus. „Ich habe nie viel von Rot-Rot-Grün auf Bundesebene gehalten, weil ich die Linken in der augenblicklichen Konstitution nicht für regierungsfähig halte.“ Die SPD sei aber bereit, mit „allen demokratischen Kräften“ über eine Regierungsbildung zu sprechen. SPD und Linke regierten in Brandenburg bis 2019 zehn Jahre gemeinsam.

CDU-Landeschef Michael Stübgen gab sich angesichts erster Zahlen auf Bundesebene zuversichtlich, dass die Union den Kanzler stellen kann. „Wir haben im Verhältnis zu der Bundestagswahl 2017 viele Stimmen verloren. Das ist bitter“, sagte Stübgen bei der CDU-Wahlparty in Potsdam. „Aber: Das Rennen ist noch längst nicht klar.“ Der Blick auf die Prognosen zeige, „dass wir eine enorme Aufholjagd geleistet haben von einem nahezu verlorenen Posten jetzt zu der Frage, dass noch nicht klar ist, wer kann Kanzler werden in Deutschland.“

Die Grünen nahmen die Hochrechnungen mit gemischten Gefühlen auf. „Wir waren so gut wie noch nie, aber wir sind ein bisschen unter unseren Erwartungen natürlich auch zurückgeblieben“, sagte die Landesvorsitzende Alexandra Pichl dem RBB. Die AfD zeigte sich zufrieden. Der Verlust sei verkraftbar, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Dennis Hohloch, dem RBB. Das bestätige den Kurs der AfD. Die Linke zeigte sich enttäuscht. „Ich glaube, dass die Fehler weiter zurückliegen und nicht jetzt in den letzten Wochen des Wahlkampfs gemacht wurden“, sagte Co-Parteichefin Anja Mayer dem RBB. FDP-Landeschefin Linda Teuteberg twitterte: „Starkes Ergebnis für uns Freie Demokraten!“

Für den Bundestag bewarben sich in Brandenburg 232 Kandidatinnen und Kandidaten, die Landeslisten von 19 Parteien waren zugelassen.