gedenken an Komiker

Nach Tod von Mirco Nontschew - RTL ändert TV Programm 

Nach dem plötzlichen Tod des beliebten Comedian Mirco Nontschew wird ihm sein Heimatsender RTL die Ehre erweisen und diese Sondersendungen zeigen.

05.12.2021, 11:43 • Aktualisiert: 05.12.2021, 11:46

Köln (dpa) - Zum Gedenken an den Comedian Mirco Nontschew, der mit 52 Jahren gestorben ist, ändert RTL sein Programm.

Noch für die Nacht von Sonntag auf Montag kündigte der Privatsender in seinem Hauptprogramm eine 40-minütige Sondersendung an: «In Liebe an Mirco Nontschew». Sie sollte um Mitternacht, nach Günther Jauchs letztem Jahresrückblick «Menschen, Bilder, Emotionen», kommen.

Anschließend sollten bis zum frühen Morgen mehrere «Best of RTL Samstag Nacht»-Folgen wiederholt werden. Nontschew war in den 90ern bei RTL mit dem Comedyformat «Samstag Nacht» an der Seite von Wigald Boning, Olli Dittrich, Tanja Schumann und Stefan Jürgens bekannt geworden.

Mirco Nontschew gestorben: Hugo Egon Balder entdeckte Talent des Komikers

Nontschew kam 1969 in Berlin (Ost) auf die Welt. Sein Vater stammte aus Bulgarien. Ende der 80er war der agile Nontschew als Breakdancer unterwegs. Hugo Egon Balder wurde damals beim Fernsehsender RTL auf ihn aufmerksam. 1993 wurde er so Ensemble-Mitglied der Comedy-Show «RTL Samstag Nacht», die mit ihren albernen Sketchen neue Maßstäbe im Fernsehen setzte. Weggefährten waren damals zum Beispiel Wigald Boning, Olli Dittrich, Tanja Schumann, Esther Schweins und Stefan Jürgens.

Balder schrieb am Samstag bei Instagram: «Mirco war der erste, der von Jacky und mir als Produzenten von "RTL Samstag Nacht" ins Team geholt wurde. Ich bin fassungslos, unendlich traurig und jetzt einfach nur stumm.»

Torsten Sträter, der die erste «LOL»-Staffel, bei der Nontschew auf Platz sechs landete, gewonnen hat, nannte Nontschew bei Twitter ein «Genie der absurden Comedy»: «einzigartig in der Fülle dessen, was er war und konnte». «Dieser Mann war 100 Komiker in einem, eine verrückte Wundertüte des Humors, ein Stern. Es ist so ungerecht.»

Prime Video postete bei Instagram: «Wir trauern um einen großartigen Menschen.» Gedanken und Mitgefühl seien bei Angehörigen und Freunden.

Der Berliner Comedian Mario Barth schrieb über seinen «Freund Mirco», er sei «gelähmt und voller tiefer Trauer»: «Es gibt keine Worte für diesen wahnsinnigen Verlust.»

2001 erhielt Nontschew bei Sat.1 seine eigene Sendung «Mircomania». Später war er auch in der Improvisationscomedy «Frei Schnauze» bei RTL dabei, danach auch im Sat.1-Comedy-Format «Die dreisten Drei».

2010 erzählte Nontschew der Deutschen Presse-Agentur, er habe sich einst erst daran gewöhnen müssen, auf der Straße erkannt zu werden. «Das war damals wirklich neu für mich und manchmal sehr anstrengend. Diese Anonymität, die mir verloren gegangen ist, hätte ich gerne manchmal wieder», so Nontschew damals.