Demonstrationen

Theologe: Hungerstreik in dieser Form nicht legitim

Von dpa 23.09.2021, 08:01 • Aktualisiert: 25.09.2021, 08:21
Ein Camp von Hungerstreikenden ist im Regierungsviertel aufgebaut.
Ein Camp von Hungerstreikenden ist im Regierungsviertel aufgebaut. Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Berlin - Der wochenlange Hungerstreik von Klimaaktivisten in Berlin grenzt aus Sicht des Theologen Andreas Lob-Hüdepohl an Erpressung. „Das ist natürlich nicht mehr legitim, wenn hier Einzelpersonen in Haftung genommen werden“, sagte Lob-Hüdepohl am Donnerstag im RBB-Inforadio. Die Aktivisten fordern ein Gespräch mit den Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen.

Der Theologe äußerte zugleich Hochachtung und Respekt für die Ernsthaftigkeit der Hungerstreikenden und das starke Zeichen, dass sie setzten. Sie sollten es jedoch nicht zum Äußersten kommen lassen, mahnte der Professor der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. „Die politische Botschaft ist ja gesendet und ich glaube auch verstanden.“

Die Klimakrise sei eine extrem bedrängende und bedrohliche Situation vor allem für die junge Generation, sagte Lob-Hüdepohl. „Ein Hungerstreik kann, wenn überhaupt, nur äußerstes Mittel sein, letztes Mittel zu sein. Das scheint mir derzeit nicht der Fall zu sein.“ Dagegen seien Aktionen wie der „Klimastreik“ legitim - auch wenn Schülerinnen und Schüler unentschuldigt im Unterricht fehlten.

Fast alle der ursprünglich sieben Teilnehmer haben den am 30. August begonnenen Hungerstreik inzwischen beendet. Ein junger Mann und eine junge Frau drohen jedoch mit einer Verschärfung, wenn das Gespräch mit den Kanzlerkandidaten nicht zustande kommen sollte. Dann wollen sie nach eigenen Angaben neben der Nahrung auch Flüssigkeit verweigern.