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„Timm Ulrichs Total“: Weserburg zeigt gedruckte Kunstwerke

Von dpa
Ein Lastschiff passiert die Weserburg, das Museum für moderne Kunst an der Weser.
Ein Lastschiff passiert die Weserburg, das Museum für moderne Kunst an der Weser. Ingo Wagner/dpa

Bremen - Unter dem Titel „Timm Ulrichs Total“ widmet die Weserburg dem in Bremen aufgewachsenen Künstler von Samstag an erstmals eine umfassende Retrospektive. Im Mittelpunkt stehen die Künstlerpublikationen des 81-Jährigen seit den 1960er Jahren, wie das Museum am Mittwoch mitteilte.

Ulrichs gründete 1959 die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus“ - über sie verkaufte er seine Plakate, Postkarten, Flugblätter und Drucksachen. Der emeritierte Professor der Kunstakademie Münster, der in Hannover und Berlin lebt, gilt als ein Pionier der Konzeptkunst. 1961 erklärte er sich zum „ersten lebenden Kunstwerk“, in dem er sich in einem Glaskasten selbst ausstellte.

Auf der Kunstmesse in Köln posierte er 1975 mit Sonnenbrille, Blindenstock und einem Schild mit der Aufschrift: „Ich kann keine Kunst mehr sehen!“. Die nach der Aktion entstandene Künstlerpostkarte mit Anstecker erschien nach Angaben der Weserburg in Auflagen von bis zu 15.000 Exemplaren. Mit der massenhaften Verbreitung seiner Ideen trage Ulrichs wesentlich zur Demokratisierung und Entfetischisierung der Kunst bei, erklärten die Ausstellungsmacher.

Die Schau läuft bis zum 16. Januar 2022.