Fußball-Kreislga

Zu laut gepfiffen: Amateur-Schiri muss Spieler Schmerzensgeld zahlen

Wer im Amateurfußball als Schiri tätig ist, der braucht Durchsetzungsvermögen. Der hessische Unparteiische Pierre Hackler muss dafür nun aber zahlen – denn ein Spieler verklagte ihn und bekam Recht.

25.04.2022, 13:30
Auf dem Feld gehört die Pfeife zu den Arbeitsgeräten des Schiedsrichters. In Hessen ging das aber in einem Fall mächtig schief.
Auf dem Feld gehört die Pfeife zu den Arbeitsgeräten des Schiedsrichters. In Hessen ging das aber in einem Fall mächtig schief. Foto: dpa/Symbol

Wiesbaden/DUR/slo – In Hessen muss ein Amateur-Schiedsrichter einem Spieler Schmerzensgeld für einen zu lauten Pfiff zahlen. Wie unter anderem der „Kicker“ berichtet, hat ein Schiri in der Kreisliga B einem Fußballer zu laut ins Ohr gepfiffen.

Der Vorfall selbst spielte sich bereits im Oktober 2018 ab. Der ehrenamtliche Schiedsrichter Pierre Hackler musste bei einer Rudelbildung, also einem Tumult zwischen mehreren Spielern, eingreifen und pfiff dabei auch in seine Trillerpfeife.

Schiri-Pfiff neben Spieler-Ohr: Unparteischer wegen Körperverletzung verurteilt

Allerdings stand Hackler dabei offenbar direkt neben einem der Fußballer – und der trug durch den lauten Pfiff bleibende Schäden im linken Ohr davon. In einem ersten Prozess wegen Körperverletzung wurde der Schiri bereits zu 80 Sozialstunden verurteilt.

Nun ging der Fall jedoch erneut vor Gericht, da der betroffene Spieler Schmerzensgeld forderte. Letztlich einigten sich beide Seiten laut Medienberichten auf die Zahlung von 2500 Euro.

"Das war dann wohl der teuerste Pfiff Deutschlands“, zitiert der „Kicker“ den verurteilten Referee. Hackler, dem das Gericht Vorsatz unterstellte, hat sein Ehrenamt inzwischen beendet. "Ich werde künftig nicht mehr pfeifen. Ich würde mich doch total lächerlich machen“, zititert der „Kicker“.