Mainz (dpa) - Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland halten eine längere Elternzeit für Väter für wichtig. Das geht aus einer vom ZDF beim Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos beauftragten "Deutschland-Studie" hervor.

67 Prozent der Befragten sagten dieser repräsentativen Umfrage zufolge, Väter sollten ähnlich lange Elternzeit nehmen wie Mütter. Vor allem Frauen (71 Prozent) waren dieser Meinung, aber auch die meisten Männer (63 Prozent).

Unterteilt nach Berufsgruppen fällt die Zustimmung bei Selbstständigen mit 54 Prozent am geringsten aus. Von Angestellten und Beamten sind dagegen 70 Prozent der Auffassung, Väter sollten länger Elternzeit nehmen. Elterngeld wird als Lohnersatz bis zu 14 Monate vom Staat gezahlt, wenn sich Vater und Mutter in der Elternzeit gemeinsam um die Kinderbetreuung kümmern.

Große Unterschiede beim Elterngeld für Väter gibt es regional: So beziehen im Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) Väter, die vor der Geburt erwerbstätig waren, im Schnitt 4,7 Monate Elterngeld, im Landkreis Hildburghausen (Thüringen) dagegen nur 2,3 Monate. Der Anteil der Väter an den erwerbstätigen Beziehern von Elterngeld ist mit 36,1 in Jena vergleichsweise hoch und mit 16,4 Prozent im Eifelkreis Bitburg-Prüm (Rheinland-Pfalz) besonders niedrig.

Prognos hat für die "Deutschland-Studie" statistische Daten aus 401 Kreisen und kreisfreien Städten analysiert. Zu den Regionen in denen Väter am längsten Elterngeld beziehen gehören auch das hessische Offenbach am Main (4,6 Monate), Hagen (4,6 Monate), Mönchengladbach (4,6 Monate) und Bonn (4,5 Monate). Am kürzesten ist die Dauer auch in Wolfsburg (2,4 Monate) sowie in den Kreisen Schmalkalden-Meiningen (Thüringen/2,4 Monate), Neuburg-Schrobenhausen und Regen (beide Bayern und je 2,5 Monate).

Die Prognos AG ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. Sie ist politisch unabhängig und mit rund 150 Forschern an neun Standorten vertreten.