Kabul (dpa) - Zwei Tage nach den schweren Anschlägen in Afghanistan mit mehr als 50 Toten sind im Osten des Landes erneut Zivilisten getötet worden.

Mindestens fünf Menschen seien bei einer Explosion einer Autobombe vor einem Militärgebäude in der Hauptstadt Gardis der Provinz Paktia getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Mindestens 19 Menschen wurden verwundet. Fotos in lokalen Medien zeigten eine völlig zerstörte Hausfront. Die militant-islamistischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Unbekannte hatten am Dienstag die Geburtsabteilung einer Klinik in Afghanistans Hauptstadt Kabul gestürmt und das Feuer auf Mütter mit ihren Neugeborenen eröffnet. Es war einer der schwersten Anschläge in diesem Jahr. Mindestens 24 Menschen wurden getötet. Bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Trauerfeier im Osten des Landes wurden zudem Dutzende weitere Menschen in den Tod gerissen. 

Auch eine Hebamme von Ärzte ohne Grenzen (MSF) wurde bei dem Angriff im Kabul getötet, wie die Hilfsorganisation am Donnerstag mitteilte. Seit 2014 leitete MSF die Geburtsabteilung der Klinik im westlichen Stadtteil Dasht-e Bartschi. Sie verurteilten den Angriff aufs Schärfste.

Präsident Ghani hatte daraufhin der Armee befohlen, wieder in die Offensive zu gehen. Gleichzeitig forderte er die militant-islamistischen Taliban erneut zu einer Waffenruhe auf. Wegen geplanter Friedensgespräche blieb die afghanische Armee seit Ende Februar eher in der Defensive. Die militant-islamistischen Taliban bezeichneten Ghanis Ankündigung als "Kriegserklärung".