Bangkok (dpa) - Die Demokratiebewegung in Thailand ist jung, bunt und kreativ - und hat seit kurzem einen äußerst niedlichen neuen Helden: eine gelbe Gummiente.

Die aufblasbaren Tierchen mit dem lächelnden Gesicht, die eigentlich für Schwimmbäder gedacht sind, sind seit Mitte November die Protagonisten jeder neuen Protestkundgebung gegen die Regierung, werden in den Himmel gereckt oder bei Sit-ins in vorderster Reihe aufgestellt. Fotos und Videos von Demonstranten mit ihren Enten gehen auch in sozialen Netzwerken viral - so auch in den vergangenen Tagen. Aber was hat es damit auf sich?

Am 17. November wollten Aktivisten im Zuge einer Demo zum Parlamentsgebäude in Bangkok marschieren. In Thailand gibt es seit Monaten immer neue Proteste. Zu den Forderungen gehören Neuwahlen und mehr demokratische Rechte, aber es geht auch um die Rolle der Monarchie. Jedoch hatte die Polizei Barrikaden aufgebaut und den Demonstranten den Weg versperrt. Diese kamen mit riesigen Gummienten zur Demo und scherzten, der einzige Weg, um das Parlament zu erreichen, sei es, sich über den Fluss Chao Phraya treiben zu lassen.

Als viele Demonstranten trotz der Barrikaden versuchten, zum Parlament vorzudringen, setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer und Tränengas ein. So bekamen die aufblasbaren Enten prompt eine neue Aufgabe: Sie wurden kurzerhand als Schutzschilder eingesetzt. Mittlerweile sind sie zum Symbol des Widerstands geworden und zieren unter anderem T-Shirts, Mützen und Helme sowie Coupons für Lebensmittel, die bei den Kundgebungen verteilt werden. Medien im Königreich sprechen bereits von einer "Gummienten-Revolution".

Zuvor hatte sich bereits der Dreifingergruß der Rebellen aus der Science-Fiction-Filmreihe "Die Tribute von Panem" zum Zeichen des friedlichen Protests entwickelt. Und im August wurde gar Harry Potter für eine Kundgebung herangezogen. König Vajiralongkorn war plötzlich "Er, dessen Name nicht genannt werden darf", in Anlehnung an Lord Voldemort, den Bösewicht aus der Saga von J.K. Rowling.

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Bericht Thai Enquirer

Bericht Bangkok Post