Peking (dpa) - Angesichts eines zunehmend angespannten Verhältnisses mit den USA wollen China und Russland ihre Zusammenarbeit weiter stärken. Bei einem Empfang in Peking nannte der chinesische Präsident Xi Jinping den Kreml-Chef Wladimir Putin seinen "besten Freund" und "einen alten Freund der Chinesen".

Die beiden Staatschefs übten ihren symbolischen Schulterschluss wenige Stunden vor Beginn des G7-Gipfels in Kanada, bei dem weder China noch Russland vertreten sind. Vor allem dürfte US-Präsident Donald Trump angesprochen gewesen sein. Das bevölkerungsreichste Land China und der größte Flächenstaat Russland eint ein zunehmend angespanntes Verhältnis mit den USA.

Xi Jinping überreichte Putin eine goldene Ehrenmedaille, die zum ersten Mal in der Geschichte der Volksrepublik verliehen wurde. Sie sei Ausländern vorbehalten, die sich besonders für China eingesetzt hätten, sagte er.

Putin sprach von einer Kooperation von höchster Qualität und sah eine "strahlende Zukunft" für die Beziehungen beide Länder. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, dass beide Seiten in ihren Beziehungen ein neues Hoch erreichen wollen. Auch die militärische Kooperation soll demnach ausgebaut werden.

Trump hatte sowohl China als auch Russland im vergangenen Dezember als Rivalen der USA bezeichnet. Bei der Vorlage der neuen Sicherheitsstrategie seiner Regierung sagte er, dass beide Staaten gegen die Interessen der USA arbeiteten und die Weltordnung zu Ungunsten der Vereinigten Staaten verändern wollten.

Nach westlichen Sanktionen gegen Russland, die vor allem auf den wichtigen Energiesektor und die Militärindustrie abzielen und den Zugang des Landes zu den globalen Finanzmärkten einschränken, sucht Moskau verstärkt die wirtschaftliche Nähe Pekings.

Beide Länder hatten bereits zuvor vereinbart, ihr Handelsvolumen bis 2020 auf 200 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln zu wollen - ein Ziel, das angesichts des langsamen Wirtschaftswachstums in Russland jedoch ehrgeizig erscheint.

Als derzeit wichtigstes Wirtschaftsprojekt gilt der Bau einer Gas-Pipeline mit dem russischen Namen Sila Sibirii (deutsch: Kraft Sibiriens), die russisches Gas nach China liefern soll.

Putin und Xi Jinping werden am Wochenende genau wie der iranische Präsident Hassan Ruhani am Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit teilnehmen. Der Regionalgipfel asiatischer Staaten findet in der ostchinesischen Stadt Qingdao statt.

Vor seiner Abreise nach China hatte Ruhani die Alleingänge von Trump als ein gefährliches Spiel bezeichnet, das nicht ignoriert werden sollte. Die unilaterale Politik der USA schwäche das Vertrauen in die international anerkannten Abkommen und in Diplomatie allgemein, sagte Ruhani. Die Weltgemeinschaft sollte daher etwas unternehmen, forderte der iranische Präsident. Der Glaube an Diplomatie als Mittel für die Beilegung regionaler und globaler Differenzen dürfe nicht verloren gehen. Er werde daher das Thema in Qingdao auch mit seinen chinesischen und russischen Amtskollegen erneut ansprechen.