Berlin (dpa) - Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner fordert eine Senkung der Standards für die Betreuung und Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge ohne Begleitung.

Die Jugendlichen werden nach Jugendhilfegesetz und nicht nach Asylrecht behandelt. Der Aufwand ist also ebenso hoch wie im Fall eines schwerstauffälligen Jugendlichen, sagte die CSU-Politikerin der Zeitung Die Welt (Montag).

Diese Standards überforderten die Kommunen personell, finanziell und organisatorisch. Vor allem der Betreuungsaufwand und der Anspruch bei der Unterbringung müssen deshalb dringend abgesenkt werden. Aigner forderte außerdem eine gerechtere Verteilung.

In Bayern gibt es laut Aigner derzeit etwa 15 000 unbegleitete Jugendliche. Deutschlandweit befinden sich nach Angaben des Bundesfamilienministeriums weit mehr als 40 000 unbegleitete junge Flüchtlinge in Obhut der Jugendhilfe.