Berlin (dpa) - Die jährlichen Ausgaben des Staates für bestimmte familienpolitische Leistungen sind nach Angaben der Bundesregierung seit 2009 um mehr als 30 Milliarden Euro gestiegen.

Wie aus dem "Familienreport 2020" des Bundesfamilienministeriums hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, kletterten die Ausgaben für ausgewählte Familienleistungen von geschätzten rund 87 Milliarden Euro im Jahr auf inzwischen mehr als 120 Milliarden Euro jährlich. 2009 wurden etwa für das Elterngeld noch rund 4,5 Milliarden Euro ausgegeben. Im vergangenen Jahr waren es knapp 7 Milliarden.

Genannt werden daneben auch deutlich gestiegene Ausgaben etwa für die Kindertagesbetreuung, für das Kindergeld, für steuerliche Freibeträge oder für den Unterhaltsvorschuss.

In dem 152-seitigen Bericht werden zudem vorliegende Daten zur Lage der Familien in Deutschland zusammengefasst. Familie steht demnach für die meisten weiterhin an erster Stelle. Auf die Frage: "Wenn Sie einmal Familie, Beruf, Hobbys und Freundeskreis in eine Rangfolge bringen: Was ist für Sie das Wichtigste, was steht an erster Stelle?" antworteten in einer Allensbach-Umfrage im vergangenen Jahr 77 Prozent mit "Familie". Laut "Familienreport" hat es hier in den vergangen 15 Jahren nur minimale Verschiebungen nach oben oder unten gegeben.

94 Prozent der Deutschen sind nach EU-Daten "glücklich" mit ihrem Familienleben, so wie auch die Menschen in den Niederlanden oder Großbritannien. Noch glücklicher in ihren Familien sind in der EU nur die Italiener und Dänen.

"Die Familie ist für die meisten Menschen der wichtigste Lebensbereich. Sie kann Liebe geben, Halt und Sicherheit", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Sie wies darauf hin, dass Familien in der Corona-Pandemie besondere Herausforderungen zu meistern hätten. Das Berufs- und Familienleben müsse unter den veränderten Bedingungen anders organisiert werden.

Die häufigste Familienform in Deutschland sind dem Bericht zufolge zwar weiterhin verheiratete Eltern, der Anteil ist aber leicht gesunken (2018: 70 Prozent, 2008: 73 Prozent). Dafür gibt es inzwischen mehr Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende.

Geheiratet wurde im Jahr 2018 rund 450.000 Mal, sieben Prozent der Hochzeiten waren gleichgeschlechtlich. 148.000 Ehen wurden 2018 geschieden. Der Trend zu längeren Ehen setze sich aber fort, heißt es. Die durchschnittliche Ehedauer lag demnach 1990 noch bei 11,5 Jahren, 2018 dagegen bei 14 Jahren und neun Monaten.

Väter beteiligen sich laut "Familienreport" immer mehr an der Kinderbetreuung. 2008 - ein Jahr nach der Einführung des Elterngeldes - machte jeder fünfte anspruchsberechtigte Vater (21 Prozent) davon Gebrauch. Der Anteil ist dann immer weiter angestiegen auf mehr als 40 Prozent im Jahr 2017. Inzwischen nimmt sich in einigen Bundesländern jeder zweite Vater eine Auszeit von der Arbeit für die Kinderbetreuung und bezieht Elterngeld.

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