Stuttgart (dpa) - Der langjährige Radprofi Jens Voigt sieht auch in der Coronavirus-Krise einen der Gründe für die jüngste Sturzserie von Top-Fahrern. "Der Druck steigt", sagte der 48-Jährige der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

"Durch Corona wurden 200 Renntage in 100 Kalendertage gequetscht. Die Fahrer haben dadurch nur in den Monaten August, September und Oktober Zeit, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen. Sie können es sich nicht leisten zu sagen: "Ich warte zwei Monate ab und fahre dann meine ausgewählten Rennen."

Zudem hätten die Fahrer nicht die Zeit gehabt, sich in kleineren Wettfahrten an das hohe Renntempo zu gewöhnen. "Die Radprofis gehen dann bergab ein Risiko ein, für das sie noch gar nicht bereit sind", sagte Voigt. Generell sieht er im Radsport ein äußerst großes Risiko: "Er ist tatsächlich gefährlicher als die Formel 1."

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