Ich bin seit 1999 Rentnerin und alleinstehend. Im Jahr 2005 hatte ich eine Bruttorente von rund 700 Euro, heute 1300 Euro. Muss ich Steuern zahlen?
Wenn Sie vor der Einführung des Alterseinkünftegesetzes im Jahre 2005 in Rente gegangen sind, dann sind 50 Prozent Ihrer Rentenbezüge aus dem Jahr 2005 festgeschrieben steuerfrei. Das sind in Ihrem Fall rund 350 Euro. Die seither vorgenommenen Rentenerhöhungen werden Brutto mit einem steigenden steuerpflichtigen Anteil besteuert. Das führt dazu, dass auch immer mehr Bestandsrentner eine Steuererklärung abgeben müssen. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass Sie auch Steuern abführen müssen, denn dann müssten Sie den Grundfreibetrag von 9168 Euro überschreiten. Von Ihren Renteneinkünften können Sie u. a. Krankenversicherung, Haushaltshilfen, Krankheitskosten und Spenden abziehen.

Ich bin Neurentner. Ist es notwendig, eine Steuererklärung abzugeben?
Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2019 beträgt der steuerpflichtige Anteil der Alterseinkünfte 78 Prozent. Eine Abgabe einer Einkommensteuererklärung wird dann erforderlich, wenn das zu versteuernde Einkommen im Jahr 2019 den Grundfreibetrag von 9168 Euro übersteigt. Damit kommt ab einer Bruttorente von 13.758 Euro möglicherweise eine Steuerbelastung auf Sie zu.

Wie hoch liegt der Grundfreibetrag für Neurentner ab 2018?
Der Grundfreibetrag für Neurentner ab 2018 beträgt für Ledige 9000 Euro und für Verheiratete 18 000 Euro. Rentner können dennoch steuerpflichtig werden, da auch andere Einkünfte zu berücksichtigen sind. Rentner können bei der Deutschen Rentenversicherung eine Bescheinigung anfordern, die alle Beträge enthält, die bei der Steuererklärung angegeben werden müssen. Auch Steuerberater und Lohnsteuerberaterhilfevereine können helfen.

Welche Ausgaben könnten Rentner in der Steuererklärung geltend machen?
Rentner können z. B. als Sonderausgaben die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung geltend machen. Bei den Haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie u. a. die Kosten für eine Haushaltshilfe, Handwerkerleistungen oder den Schornsteinfeger ansetzen.

Ich wurde vom Finanzamt zur Nachreichung von Steuererklärungen der letzten Jahre aufgefordert. Ist das rechtens?
Das Finanzamt kann rückwirkend die Abgabe von Steuererklärungen verlangen. Wir raten deshalb dazu, alle steuerrelevanten Unterlagen aufzubewahren.

Müssen Rentner Nebeneinkünfte wie beispielsweise Einnahmen durch Untervermietung ihrer Wohnung gegenüber dem Finanzamt angeben?
Ja. Einkünfte neben den Renten aus Vermietung und Verpachtung müssen zwingend jährlich eingereicht werden.

Das Finanzamt hat bei meiner letzten Steuererklärung die Ausgaben für die Haftpflichtversicherung nicht anerkannt. Ist das jetzt grundsätzlich so?
Vermutlich haben Ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge den Höchstsatz von 1900 Euro überschritten. Damit kommen die übrigen Vorsorgeaufwendungen nicht mehr zum Ansatz.

Gilt die nachgelagerte Besteuerung für Rentner auch auf Hinterbliebenenrenten?
Ja. Die nachgelagerte Besteuerung betrifft auch Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten wie die Witwenrente. Auch die Riester- und die Rürup-Rente sowie die betriebliche Altersvorsorge sind im Rentenalter steuerpflichtig.

 

Ich bin Altersrentner, verdiene mir noch etwas zur gesetzlichen Rente hinzu. Welche Folgen hat das für meinen steuerpflichtigen Altersentlastungsbetrag?
Für einen Steuerpflichtigen, der das 64. Lebensjahr im Kalenderjahr 2018 vollendet hat, beträgt der Prozentsatz 17,6 Prozent der Einkünfte, höchstens aber 836 Euro als Altersentlastungsbetrag.

Ich habe neben meiner Altersrente auch noch Einnahmen aus einer selbständigen Beratertätigkeit. Von wem kann ich mich steuerlich beraten lassen?
Wir raten Ihnen, sich von einem Steuerberater beraten zu lassen. Steuerberater können dabei helfen, Ihre Ansprüche auf Steuerminderungen zu ermitteln. Eine Übersicht über Steuerberater in Wohnortnähe finden Sie auf der Internetseite des Dachverbandes der Steuerberaterverbände (www.dstv.de).

Wie hoch ist die Werbungskostenpauschale für Altersrentner, die das Finanzamt automatisch berücksichtigt?
Bei Altersrentnern berücksichtigt der Fiskus automatisch eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro. Diese wird automatisch vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen. Darüber hinaus gehende Kosten, z. B. für Krankenbehandlungen, Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen können in der Steuererklärung angegeben werden. Wichtig ist, dass Sie alle Quittungen für Nachfragen des Finanzamtes gut aufbewahren. Handwerkerleistungen sind nur abzugsfähig, wenn sie vom Konto überwiesen werden.