Landsberg (dpa) l Die einen mögen es schlicht, die anderen bekommen gar nicht genug vom weihnachtlichen Glitzer: Was die Dekoration zu Hause angeht, gehen die Meinungen auseinander. Trotzdem dekorieren die meisten Menschen ihr Heim zur Weihnachtszeit. Und wenn nur ein Adventskranz oder ein Weihnachtsbaum aufgestellt wird. Dabei lässt sich

Gabriela Kaiser aus dem bayerischen Landsberg am Lech ist Trendscout und Designerin, einer ihrer Schwerpunkte ist Weihnachtsdekorationen. Sie verrät, welche Stilrichtungen dieses Weihnachtsfest besonders angesagt sind.

Was ist für Sie der Dekorations-Trend für das Weihnachtsfest?

Es gibt keine revolutionären, neuen Richtungen, sondern sie entwickeln sich alle weiter. Was man dabei ganz klar sieht, ist, dass das Glamouröse immer stärker und beliebter wird. Also glamouröse Farben wie dunkelgrün und dunkelblau in Verbindung mit samtigen und opulenteren Ornamenten. Das hatten wir viele Jahre nicht, kam aber vergangenes Jahr langsam wieder hoch und wird jetzt noch stärker. Wir befinden uns gerade ja auch in einem Dekorationshoch im Wohnbereich. Das gilt nicht nur an Weihnachten, sondern insgesamt für Dekoration im Haus: Die Leute lieben es, ihr zu Hause zu schmücken. Wir hatten ja auch schon Phasen, da wurde weniger dekoriert.

Wie äußert sich die Idee von mehr Nachhaltigkeit bei der Weihnachtsdekoration?

Das Thema Natürlichkeit in seinen verschiedensten Facetten spiegelt das wieder. Dieser Trend ist mindestens genauso wichtig wie das Glamouröse. Da geht es natürlich zum einen um die Nachhaltigkeit an sich, aber es geht den Menschen auch häufig darum, ein natürliches Ambiente in ihr Zuhause zu holen, weil sie das vielleicht sonst nicht haben, etwa in der Stadt.

Diese Natürlichkeit zeigt sich zum einen ganz deutlich über die Farben: Warme Beige- und Brauntöne, aber auch zurückhaltende Töne wie etwa Steingrau und Graublau, sind in diesem Jahr sehr beliebt.

Ist das nicht sehr unscheinbar für eine Festdekoration?

Im Gegenteil: Wenn ich im Winter an Natürlichkeit denke, denke ich nicht wie im Sommer an Hochfarbigkeit, also an die starken Farben von Blüten. Im Winter sind die Farben eher reduziert, weil es draußen in der Natur auch ruhiger zugeht.

Das zeigt die Farbwahl: Es überwiegen Grau- und Beigetöne. Diese Reduktion holt man sich ins Haus. Gleichzeitig holt man sich grüne Farben wie Tannengrün oder Ilex hinzu, da es ja auch in der Natur noch existiert.

Die Materialien sind übrigens ebenfalls natürlicher, und die Muster sind inspiriert von der Natur. Ein Beispiel: Jeder hat ein positives Gefühl, wenn er an zugeschneite Berglandschaften denkt. Darum geht es ja an Weihnachten auch: Wir wollen es uns wohlig-schön machen.

Wie setzt man die Berglandschaft im Haus um?

Man könnte zum Beispiel eine schöne Winterlandschaft als Bild an der Wand aufhängen. Es gibt aktuell zum Beispiel wunderschön gezeichnete Winterlandschaften zu Kaufen. Und es gibt definitiv eine Tendenz hin zu einem Retro-Skihütten-Flair. Dazu gehören viel Holz, Felle sowie ein wohlig-gemütliches Flair.

Wie kann ich zu Hause diese Trends gut umsetzen, ohne mich mit einer kompletten neuen Deko- rationsserie einzudecken?

Es ist nicht nötig, alles neu einzukaufen. Eigentlich hat ja jeder eine Grundbasis an Dekorationen zu Hause, die man weiterverwenden kann. Zum Beispiel lassen sich die klassischen roten Kugeln sehr gut mit Naturelementen kombinieren. Und gerade auch die Mischung von Beige- und Rottönen sieht sehr hübsch aus.

Oder man könnte zu den roten Kugeln den Glamour-Faktor ergänzen, indem man dunkle Farben in Form von ein paar dunkelroten, dunkelgrünen und dunkelblauen Kugeln dazugibt. Damit bettet man die ursprünglichen roten Kugeln in eine neue Stimmung ein und es wirkt gleich ganz anders.

Generell darf man bei der Dekoration kreativ werden und seiner Vorstellungskraft freien Lauf lassen.