Magdeburg l Mit ein paar Klicks ist die Warn-App des Robert-Koch-Instituts auf dem Handy. Nun kann sie Warnungen vor Kontakten mit Corona-Infizierten aufnehmen. Dass die App aktiv ist, zeigt der Zähler: Jeden Tag wird aktualisiert. Nach zwei Wochen aber ist Schluss. Will die App nicht mehr?

14 Tage sind ausreichend

Die App zählt die Tage von Tag 1 der Installation an, erläutert das Bundesgesundheitsministerium. Ab Tag 14 werden vorherige Begegnungen gelöscht, weil diese nicht mehr relevant für die Risiko-Ermittlung sind. „Die Anzeige ,14 von 14 Tagen‘ bedeutet also, dass die App bereits lange genug aktiv war, um die gesamten relevanten Kontakte der letzten 14 Tage zu berücksichtigen“, heißt es aus dem Ministerium. „Wenn nun ein aktuelles positives Test­ergebnis eingegeben wird, generiert die App eine Warnung. Dann werden die Personen informiert, mit denen der oder die Infizierte in den letzten 14 Tagen Kontakt hatte. Daher ist eine Anzeige ,14 von 14 Tagen‘ nach mehr als 14 Tagen korrekt.“

Einschränkung: „Teilweise wird die Anzeige der gezählten aktiven Tage in der App zurzeit allerdings nicht korrekt dargestellt. Die Informationen zu den angesammelten Tagen sind jedoch vollständig vorhanden und werden auch korrekt verarbeitet. Die hohen Downloadzahlen machen es möglich, Nachbesserungsbedarf zu erkennen und mögliche Fehler der App zu analysieren und gegebenenfalls zu beheben. Mittels Updates können Anpassungen und Korrekturen zur Verfügung gestellt werden.“

Updates sind für iOS-Nutzer im App Store möglich, bei Android-Handys im Play Store. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die App deinstallieren und neu auf sein Gerät laden.

Die App soll die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Zum Erfolg hält sich das Bundesgesundheitsministerium bedeckt und verweist auf ein „Spiegel“-Interview mit Minister Jens Spahn von Anfang Juli. Spahn erklärte darin: „Die App ist ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen. Sie ist kein Allheilmittel. Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten.“ Ein Allheilmittel hat wohl auch niemand erwartet. Aber eine genauere Angabe zum Nutzen.

Über 500 mögliche Warnungen

Das Verfahren beruht auf Freiwilligkeit: Wer positiv auf das Virus getestet wurde, ist aufgerufen, dies per App als Warnung weiterzugeben. Als Instrument dient eine TAN (Transaktionsnummer), wie sie aus dem Online-Banking bekannt ist. Diese wird in die App eingespeist oder kann beantragt werden.

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, nannte eine Zahl: Im ersten Monat hätten mehr als 500 Menschen, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, die Möglichkeit gehabt, andere über die App zu warnen. Wie viele Menschen tatsächlich gewarnt wurden, weiß Wieler aber nicht – der dezentrale Ansatz der App verhindert das.