Typklasse, Regionalklasse, jährliche Kilometerleistung

Typklassen spiegeln die Schadens- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider. Je niedriger die Einstufung, desto günstiger wirkt sich das auf den Versicherungsbeitrag für die Haftpflicht und Kasko aus.

Zur Berechnung werden die Fahrzeugschäden und die dadurch verursachten Reparaturkosten der letzten drei Jahre begutachtet. Wurde für einen Fahrzeugtyp vergleichsweise weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt, kommt das Modell in eine niedrige Typklasse.

Regionalklassen spiegeln die Schadensbilanzen der über 400 Zulassungsbezirke (Landkreise und kreisfreien Städte) wider. Sie sind der zweite entscheidende Faktor zur Berechnung des Kfz-Versicherungsbeitrages. Entscheidend ist der Wohnsitz des Fahrzeughalters. Je geringer die Schadensbilanz im Zulassungsbezirk, desto niedriger die Einstufung in die Regionalklasse.

Weitere Faktoren: die jährliche Kilometerleistung, die Anzahl schadensfreier Jahre, der Nutzerkreis, das Nutzeralter, Fahrzeugalter bei Erwerb, Tarifgruppe (Landwirte, Beamte und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst verursachen weniger Schäden als alle anderen Autofahrer), Selbstbeteiligung.

Berlin (dpa) l Für rund jeden vierten Kfz-Haftpflichtversicherten in Deutschland ändert sich die Einstufung in der Typklasse. Knapp 6,5 Millionen (16 Prozent) kommen mit ihrem Auto im Vergleich zum Vorjahr in eine höhere Klasse, rund 4,6 Millionen rutschen in eine niedrigere (11 Prozent).

Das teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungs-wirtschaft (GDV) aufgrund der jährlichen Neuberechnung mit. Für fast drei Viertel (73 Prozent) der Versicherten ändert sich nichts. Rund 29,7 Millionen Autofahrer bleiben damit in der Typklasse des Vorjahres.

Bei der Vollkasko-versicherung bleibt etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) in derselben Klasse. 45 Prozent können von einer niedrigeren Einstufung profitieren, während rund 2 Prozent in eine höhere Klasse kommen. In der Teilkasko bleibt es für 62 Prozent bei der Vorjahreseinstufung. Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) rutscht in eine günstigere Klasse, für 3 Prozent geht es rauf.

Die unverbindliche Typklasse ist eines von vielen Merkmalen, aus denen sich ein Versicherungsbeitrag zusammensetzt (siehe grüner Kasten). Für bestehende Verträge bedeuten die neuen Klassen Veränderungen meist zum 1. Januar 2020. Für neue Verträge können sie sofort genutzt werden. Laut Vergleichsportal Check24 zahlen Besitzer von Oberklasselimousinen und SUVs wie dem Audi Q7, dem BMW X5 oder dem Mercedes-Benz ML am meisten für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Nur für den südkoreanischen Großraum-Van Kia Carnival verlangen Versicherer noch mehr. Dem Vergleichsportal Verivox zufolge wird die Versicherung voraussichtlich günstiger für Fahrer des Suzuki Swift 1.2.

Hier ist eine Abfrage der Typklasse von rund 30.000 Fahrzeugen möglich.