Magdeburg l Haben Sie Ihr Geld gut angelegt? Immer mehr Deutsche sind mit der Wertentwicklung ihrer Geldanlage unzufrieden. Kein Wunder bei den anhaltenden Niedrigzinsen. Welche Anlagen lohnen sich also jetzt? Fragen rund um die Geld- und Vermögensanlage beantworteten beim Telefonforum der Volksstimme Gordon Gewinn, Jean Reboné und Michael Schmalz vom Bundesverband deutscher Banken. Hier eine Zusammenfassung zum Nachlesen:

Eignet sich Gold als Geldanlage?
Gold kann in unsicheren Zeiten als sogenannte Krisenwährung ein Helfer sein. Daher ist Gold als Beimischung zum Gesamtvermögen geeignet. Aber bitte nicht alles Geld in Gold anlegen! Mit Gold erzielen Sie keine laufenden Ausschüttungen und sind auf einen steigenden Goldpreis angewiesen, wenn Sie einen Gewinn machen wollen. Gold ist nicht stabil, der Goldpreis schwankt erheblich.

Ich möchte Gold kaufen. Wo finde ich einen vertrauensvollen Händler?
Zum einen können Sie Ihre Bank fragen und sich das Angebot an Goldmünzen und Goldbarren ansehen. Kreditinstitute garantieren für die Echtheit des verkauften Goldes. Es gibt auch große, unabhängige Goldhändler, die seriös sind. Beachten Sie vor allem die Größe der Stückelung. Kleinere Münzen und Barren haben einen höheren Aufpreis auf den Goldwert als große Stückelungen. Gängige Größen sind Goldmünzen wie etwa der südafrikanische Krügerrand und der Maple Leaf zu je einer Unze Gold.

Ich habe 90.000 Euro auf einem Sparkonto angelegt. Ist mein Geld bei einer Bankpleite sicher?
Ja, denn die gesetzliche Einlagensicherung schützt Kontoguthaben bis 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut. Darüber hinaus sind die meisten deutschen Banken weiteren Schutzmechanismen angeschlossen, die auch weitaus höhere Beträge absichern.

Meine Rentenversicherung wird bald fällig. Soll ich lieber die Rente oder die Einmalauszahlung nehmen?
Das hängt von Ihren persönlichen Umständen ab. Wenn Sie die zusätzliche Rente benötigen, können Sie diese ruhig wählen. Sie erhalten die Rente dann lebenslang. Beachten Sie, wie lange die vereinbarte Rentengarantiezeit ist, um möglicherweise Hinterbliebene abzusichern. Ist Ihre Rente ausreichend, könnten Sie sich bei einer Einmalzahlung möglicherweise den ein oder anderen Wunsch erfüllen oder ein Darlehen zurückzahlen. Dann müssten Sie noch entscheiden, wie Sie den Restbetrag anschließend sinnvoll anlegen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Bankberater.

Ich habe 20.000 Euro auf dem Sparbuch liegen. Wie kann ich die für fünf Jahre besser anlegen?
Wenn Sie Schwankungen der Anlage verkraften können, dann ist die Beimischung von Aktien sinnvoll. Eine gemanagte Anlage wie Mischfonds bietet Ihnen die Möglichkeit, dass erfahrene Manager den Aktienanteil ändern, um so stärkere Schwankungen zu vermindern. Gleichzeitig können Sie von den Chancen des Aktienmarkts, wie zum Beispiel Dividendenzahlungen und Kursgewinne, profitieren.

Wir haben vor Jahren Aktienfonds gekauft, die gute Gewinne erzielt haben. Aber jetzt sind wir uns unsicher – sollten wir jetzt besser verkaufen?
Bei Aktienanlagen gehören Schwankungen dazu. Wenn Sie einen breit gestreuten Aktienfonds haben und das Geld langfristig nicht benötigen, dann lassen Sie es lieber in der Anlage. Aktien bieten auf lange Sicht die besten Renditechancen.

Was passiert mit meiner Fondsanlage, wenn die Fondsgesellschaft insolvent wird?
Investmentfonds sind insolvenzgeschützt. Fondsanteile gelten als Sondervermögen und werden getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwaltet. Somit fallen Ihre Fondsanteile bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft nicht in die Insolvenzmasse.

Ich bin 80 Jahre alt und habe 300.000 Euro neu anzulegen. Was soll ich machen?
Das hängt von Ihren persönlichen Vorstellungen und Umständen ab. Überlegen Sie, etwa ein Drittel auf ein kurzfristig verfügbares Spar- oder Tagesgeldkonto zu legen. Den restlichen Betrag könnten Sie über eine Vermögensverwaltung mit konservativer Ausrichtung anlegen lassen. Der Aktienanteil sollte aktiv gesteuert werden und zwischen null und höchstens 50 Prozent liegen.

Ich bin 31 Jahre alt und möchte monatlich Geld zur Seite legen, macht in diesem Fall ein Fondssparplan Sinn?
Für einen langfristigen Vermögensaufbau sind Fondssparpläne gut geeignet. Je nach Höhe der Sparrate kann man auch in mehreren Fonds ansparen. Wer regelmäßig in Fonds anlegt, kann vom Cost-Average-Effekt profitieren: Bei niedrigen Kursen werden mehr, bei hohen Kursen weniger Fondsanteile erworben. So ergibt sich langfristig ein günstiger Durchschnittskurs. Fondssparpläne sind flexibel, Sie können jederzeit den Betrag erhöhen oder reduzieren, oder sogar ganz aussetzen. Sie müssen aber Kursschwankungen aushalten können, die je nach Fondsart unterschiedlich stark sein können.

Ich möchte in nachhaltigen Fonds investieren und ein bestimmtes Aktienunternehmen nicht haben. Ist das möglich?
Das Angebot an Nachhaltigkeitsinvestments ist groß. Anlagen mit gutem Gewissen lohnen sich meist auch von der Rendite her. Ein bestimmtes Unternehmen auszuschließen geht in der Regel nicht. Da müssten Sie eine gewisse Kompromissbereitschaft mitbringen.

Meine festverzinslichen Anlagen werden in Kürze fällig. Wie soll ich mein Geld jetzt anlegen?
Die Antwort hängt von Ihren persönlichen Umständen ab. In der Regel ist es sinnvoll, breit zu streuen und diverse Laufzeiten abzudecken. Kurzfristig kommen eher die konservativen, aber sicheren Anlageformen wie Tages- oder Festgeld in Frage. Hier gibt es zwar kaum Zinsen, aber das Geld ist sicher und frei verfügbar. Mittel- und langfristig können Fonds interessant sein. Mittelfristig kommen offene Immobilienfonds und Mischfonds in Frage, langfristig Aktienfonds. Bei Fonds fallen allerdings Kosten an, die sollten Sie nicht außer Acht lassen. Dafür bieten sie aber, insbesondere Aktienfonds, langfristig gute Renditechancen.

Soll ich lieber einen gemanagten Fonds oder ein ETF kaufen?
ETFs (Exchange Traded Funds) sind in der Regel kostengünstiger als gemanagte Fonds. Das bedeutet aber nicht, dass sie deshalb automatisch besser sind. Ein gut gemanagter Fonds kann trotz vergleichsweise hoher Kosten möglicherweise besser abschneiden als ein ETF – das lässt sich im Vorfeld nicht vorhersagen. Wichtig: Die Wertentwicklung eines ETFs richtet sich nach dem Index, auf den er aufbaut. Er kann also nicht besser abschneiden als der Index. Und er macht alle Schwankungen mit, sowohl nach oben als auch nach unten.

Mir wurde ein Finanzprodukt angeboten. Ich verstehe nicht, was damit passiert. Soll ich das trotzdem machen?
Besorgen Sie sich so viele Informationen, dass Sie einschätzen können, wie das Anlagekonstrukt funktioniert. Lassen Sie die Finger weg von Sachen, die Sie nicht verstehen.

Zum Thema Geldanlage höre ich immerzu „breit streuen“. Was heißt das konkret?
Niemand kann vorhersehen, was die Zukunft bringt und welche Anlageform künftig die „beste“ sein wird. Deshalb sollte man sein Geld verteilen, etwa auf Sparkonten, Anleihen, Aktien, Immobilien, Edelmetalle und anderes. Es bedeutet auch weltweit und in verschiedene Branchen anzulegen. Damit reduziert man das Risiko. Vergessen Sie dabei aber nicht eine Geldreserve für Notfälle. Wie Sie Ihr Geld konkret am besten aufteilen, hängt von Ihren Anlagezielen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Klären Sie das am besten in einem Gespräch mit Ihrem Berater.

Ich möchte gerne für meine Enkeltochter sparen. Lohnt sich das noch?
Um einen guten Start ins Berufsleben in 15-18 Jahren zu ermöglichen, empfiehlt es sich zu sparen. Fondssparpläne bieten gute Möglichkeiten, flexibel anzulegen und zu sparen. Lassen Sie sich von Ihrer Bank beraten und Angebote unterbreiten.

Soll ich lieber in Einzelaktien oder in Aktienfonds investieren?
Das hängt von Ihrer Anlegermentalität ab. Bei Einzelaktien müssen Sie selbst die Auswahl treffen, um eine breite Risikostreuung zu erhalten. Bei einem Aktienfonds übernimmt das Fondsmanagement die Auswahl der Aktien und sorgt für eine breite Streuung. Auch ETFs kommen in Frage. In Aktienfonds können Sie auch mit kleineren Beträgen investieren.

Ich habe ein Angebot über eine Anlage mit zehn Prozent jährlicher Ausschüttung. Was meinen Sie?
Der aktuelle Leitzins liegt bei null Prozent. Je höher die Rendite einer Anlage ist, desto höher ist das Risiko. Zehn Prozent jährliche Rendite hören sich also nach hohem Risiko an. Wir raten Ihnen, sich vor der Entscheidung detailliert mit den Risiken zu befassen.