Ich bin 60 Jahre und habe seit einiger Zeit oftmals Probleme mit sehr hartem Stuhlgang. Leinsamen, Backpflaumen, Laktulose und andere rezeptfreie Mittel aus der Apotheke helfen nicht. Was kann ich tun?

Wir raten Ihnen zur Darmspiegelung, um ernsthafte Ursachen auszuschließen. Auch ohne Beschwerden beim Stuhlgang wird allen Erwachsenen ab 54 Jahren einen Vorsorge-Darmspiegelung empfohlen. Wenn diese unauffällig gewesen ist, muss sie erst nach zehn Jahren wiederholt werden. Generell ist gegen Verstopfung eine ballaststoffreiche Ernährung zu empfehlen. Wichtig ist es auch, sich ausreichend zu bewegen und viel zu trinken – etwa eineinhalb bis zwei Liter nicht alkoholischer Getränke.

 

Was hilft bei Oberbauchbeschwerden ohne erkennbare Ursache?

Eine Infektion des Magens mit Helicobacter pylori sollte ausgeschlossen werden. Bei vorwiegend im Oberbauch lokalisierten Beschwerden können Säureblocker oder auch pflanzliche Medikamente einen positiven Einfluss auf die Reizmagenbeschwerden haben.

Was kann ich gegen starke Blähungen tun?

Blähungen können nach Genuss von Hülsenfrüchten und Kohlsorten oder als Folge einer zu ballaststoffreichen Ernährung auftreten. Manchmal können auch Nahrungsmittel- unverträglichkeiten wie eine Milchzucker- oder Fruchzuckerunverträglichkeit Ursachen von Blähungen sein. Bei leichten Beschwerden nach einer üppigen Mahlzeit können pflanzliche Mittel wie Fenchel-, Kümmel-, Minze- oder Ingwer-Präparate helfen.

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Ein Heilpraktiker hat bei mir einen Pilzbefall im Darm festgestellt. Er hat eine Darmsanierung empfohlen. Was ist davon zu halten?

Pilze gehören zur normalen Darmflora und haben nur unter bestimmten Bedingungen eine krankmachende Bedeutung. Nur bei Patienten, deren Immunsystem schwer gestört ist, kann eine medikamentöse Behandlung einer Pilzbesiedelung des Darmes sinnvoll sein.

Egal was ich esse, ich habe mehrmals im Monat Verdauungsbeschwerden und schweren Stuhlgang. Was kann mir helfen?

Verdauungsbeschwerden können bei jedem Menschen hin und wieder auftreten. Wenn sie aber mehrmals im Monat, dauerhaft bzw. ohne erkennbare Ursache auftreten, sollten Sie zum Arzt gehen.

Bei meiner Frau wurde die Diagnose Reizdarm gestellt. Was ist das?

Wenn Patienten mit chronischen Verdauungsbeschwerden einen Arzt aufsuchen, wird dieser zunächst nach organischen Ursachen suchen, unter anderem einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut, einer Blinddarmentzündung oder einem Tumor im Verdauungstrakt. Dabei werden die Ärzte verschiedene Untersuchungsmethoden wie den Ultraschall des Bauchraums bzw. eine Magen- oder Darmspiegelung anwenden. Wenn keine organische Ursache der Beschwerden zu finden ist, steht die Diagnose Reizdarm. Der Reizdarm ist unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich. Die Behandlung richtet sich gegen das Hauptsymptom (z. B. Blähungen, Schmerzen, Verstopfungen, Durchfall) und erfordert von Patient und Arzt oft etwas Geduld.

Bei einem CT wurden zufällig kleine Aussackungen im Darm festgestellt. Können sich darin kleine Brotkörner festsetzen?

Brotkörner können sich in den kleinen Darmausstülpungen festsetzen, machen aber in der Regel keine Beschwerden. Wenn sich die sogenannten Divertikel entzünden, sollten sie behandelt werden.

Nach einer Chemotherapie von Brustkrebs habe ich chronischen Durchfall bekommen. Was kann man tun?

Durchfall als Nebenwirkung von Chemotherapeutika ist leider keine Seltenheit. In diesem Fällen kann der Arzt Medikamente zur Regulierung der Stuhltätigkeit verordnen. Meist bessern sich die Symptome, wenn die Chemotherapie beendet ist.

Ich habe nach einer Antibiotika-Therapie häufigen Durchfall, der schon seit über einer Woche anhält. Was empfehlen Sie mir?

Sie sollten die Ärzte unbedingt auf die Antibiotika-Behandlung hinweisen. Antibiotika-Therapien können zu einer Dickdarminfektion mit dem Keim Clostridium difficile führen. Man kann diese Infektion über eine Stuhlkultur nachweisen. Die Behandlung ist abhängig vom Erregernachweis.

Nach einer Operation ist es bei mir zu Verwachsungen am Darm gekommen. Sollte man noch einmal operieren?

Verwachsungen am Darm, die keine Beschwerden verursachen, sollten nicht operiert werden. Wenn Verwachsungen zu einem Darmverschluss führen, muss operiert werden.