Magdeburg l Bequemer und schneller als mit einer Lauf-App kann eine Laufeinheit nicht ausgewertet werden. Denn die Programme (Englisch: Applications, kurz Apps) für Smartphones sind mit Stoppuhr, Navigator, Sender und Trainer kleine Alleskönner. Sie zeichnen die Laufstrecken via GPS-Signal auf, werten die Zeiten aus und halten Trainingstipps parat. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein internetfähiges Handy, das beim Lauf im Onlinemodus dabei ist. Optionen wie Freundesliste, virtuelle Wettkämpfe, Ranglisten und Communities, in denen sich mit Gleichgesinnten ausgetauscht werden kann, sowie die Möglichkeit des Teilens der Ergebnisse bei sozialen Netzwerken wie Facebook sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Anwendungen und der Grund, warum viele Freizeitläufer vor dem Loslaufen eine App starten. Denn Reaktionen fördern die Motivation und streicheln zudem das Ego des Läufers.

An dieser Stelle soll eine Auswahl vorgestellt werden. Die getesteten Programme verfügen alle über die Basisfunktionen wie „Aufzeichnen“ und „Auswerten“ (in Diagramm- oder Tabellenform) und sind für iOS- und Androidsysteme verfügbar. Im Folgenden sollen die Besonderheiten der jeweiligen App abseits der Basisfunktionen vorgestellt werden.

Runtastic

Der Marktführer im Bereich der Lauf-Apps, was sich in über 110 Millionen Downloads widerspiegelt. Aufzeichnen, auswerten, kommentieren und teilen – dieses Programm ist das digitale Lauftagebuch. Funktionen wie eine Rangliste mit „Freunden“, ein Jahreslaufziel, eine Playlist mit Lieblingsliedern und ein Laufschuhzähler lassen keine Wünsche offen. Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft nutzen die Macher für Herausforderungen, denen sich die Anwender stellen können. Angebote wie Trainings- oder Pläne zum Abnehmen sind in der kostenpflichtigen Premiumversion zu haben. Runtastic kann bei Bedarf auch bei Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen und Nordic Walking angewendet werden. Insgesamt stehen beim Fitness- und GPS-Tracker 63 Aktivitäten zur Auswahl. Seit dieser Woche belohnt Runtastic mit Partnern wie Adidas den Laufeinsatz etwa in Form von Rabatten.

TomTom

Die Sportartikelhersteller mischen munter im App-Bereich mit. Die Nike Run Club App (kurz Nike+) bietet auf einen Blick eine Kontrolle über alle Daten, die zum Lauf interessieren könnten. Außerdem ist ein Zugang zu einer eigenen Community inklusive. Das Besondere: Mit den drei verschiedenen Programmen „Get Started“ (Einsteiger), „Get More Fit“ (erfahrene Läufer) und „Get Race Ready“ (ambitionierte Läufer), die allesamt von Laufexperten entwickelt wurden, kann das Training zielorientiert gestaltet werden. Als Motivationshilfe erhält der Nutzer über Kopfhörer Trainingstipps von Sportlegenden wie Sprint-Olympiasieger Michael Johnson. Und: Nike bietet mit Laufaktionen die Möglichkeit, sich an Gewinnspielen zu beteiligen und spezielle Produkte vor dessen Verkaufsstart kaufen zu können. Apps anderer Hersteller wie Asics (My Asics) und Adidas (Adidas Train & Run) funktionieren ähnlich.

Polar Beat

25 Millionen Nutzer weltweit greifen auf diese App als ihren persönlichen Trainer zurück. Das liegt zum einen an der einfachen Bedienung und zum anderen an den Funktionen wie die des „Goal Coaches“: Mit der App kann auf Ziele wie purzelnde Pfunde, ein Training für einen bestimmten Lauf oder einfach nur eine Verbesserung der Fitness hingearbeitet werden. Ein inte- grierter Musikplayer lässt sich mit Spotify und der eigenen iTunes-Musikliste verbinden.

Strava

Wer sich für diese App entscheidet, tritt einer aktiven Community bei. Das Programm erkennt automatisch, wenn andere Nutzer in der absolvierten Strecke aktiv waren, und vergleicht deren Ergebnisse. Außerdem fungiert Strava bei Bedarf als virtueller Stadtführer: in ausgewählten Metropolen werden Sportlern Strecken abseits der normalen Wege gezeigt und die Route mit etwas Sehenswürdigkeiten kombiniert. Ein Manko ist, dass Distanzen nur in 100-Meter-Abständen angegeben werden. Andere Apps sind da exakter. Mit Strava kann übrigens ein Lauftreff oder Laufpartner gesucht werden.

Zombie, Run!

Diese App verbindet die Laufrunde mit einer Geschichte und sorgt für Abwechslung und Motivation: Die Menschheit hat es durch eine Apokalypse dahingerafft, bis auf ein paar versprengte Häufchen Überlebender. In der Rolle eines Läufers gilt es zu einem Außenposten zu laufen. In der Praxis warnt die App den Nutzer auf seiner selbst gewählten Strecke, wenn Zombies (virtuell) den Weg kreuzen. Sobald die Musik unterbrochen wird und die Action beginnt, heißt es Tempomachen!

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